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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 421 
der Individualisten, die Kommunisten für die Gesamtheit verwirklichen 
wollten. 
Daher muß es durch eine „Assoziationsform ersetzt werden, die, 
wie man hoffen kann, wenn die Menschheit im Fortschritt fortfährt, 
endlich zur Vorherrschaft kommen wird, und zwar nicht mehr die 
Form, die heute zwischen dem Kapitalisten als Herrn und den Lohn 
empfängern ohne jeden Einfluß auf die Leitung besteht, sondern eine 
Genossenschaft zwischen Arbeitern selbst, die, untereinander voll 
ständig gleich, zusammen das in dem Unternehmen angelegte Kapital 
besitzen, und die nur selbst gewählten Direktoren gehorchen, die sie 
selbst auch wieder absetzen können“ 1 ). Diese kooperative Lösung, die 
er „ein edles Ideal“ nennt, kam ihm nicht von Owen, sondern von dem 
französischen Assozialismus, der sie als Allheilmittel gepriesen hatte 
und sie 1848 zu einer glänzenden, wenn auch nur ephemeren Blüte 
brachte. Man weiß, daß Stuakt Mill nicht der einzige gewesen ist, 
der von dem Schemen der Produktivgenossenschaft verführt wurde; 
wie wir später sehen werden, beruhte die englische Bewegung, die den 
Namen „christlicher Sozialismus“ trug, direkt auf diesen Gedanken. 
Stuart Mill lebte jedoch lange genug, um den Niedergang der 
Produktivgenossenschaften in Frankreich und den Aufschwung der 
Konsumgenossenschaft in England zu sehen. Anscheinend hat ihm 
aber dieser Gegensatz keine Veränderung seiner Auffassung der 
Produktivgenossenschaft als Emanzipationsmittel nahe gelegt 2 ). 
Übrigens läuft eins wie das andere stets auf eine Emanzipation des 
Arbeitenden „durch eigene Kraft“ hinaus. 
b Principles, B. IV, Kap. 7, § 6. „Ausgenommen im Falle, daß es dem 
militärischen Despotismus, der heute auf dem Kontinent triumphiert, gelingt, seine 
verbrecherischen Anschläge gegen den menschlichen Fortschritt auszuführen, ist es 
sicher, daß die Lage des Lohnempfängers bald nur den Arbeitern genügen wird, 
deren moralischer Tiefstand sie der Unabhängigkeit unwürdig macht, und daß das 
Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch die Assoziation in einer 
der beiden folgenden Formen ersetzt werden wird: in gewissen Fällen zeitweilige 
Assoziation der Arbeiter mit dem Unternehmer; in anderen Fällen, und zuletzt in 
allen, Assoziation der Arbeitnehmer untereinander“ (B. IV. Kap. 7, § 4). 
„Auf diese oder auf eine andere Weise würden die bestehenden Kapital 
ansammlungen ehrlich und ganz spontan zum Schluß das Eigentum derer werden, 
die sich ihrer zur Produktion bedienen. Eine solche Umformung der Gesellschaft 
würde die der sozialen Gerechtigkeit am nächsten kommende Form sein; eine Form, 
die für die Organisation der Industrie im Interesse aller die dienlichste ist, die man 
sich heute als möglich vorstellen kann“ (8. 323 d. franz. Übers.). 
2 ) Doch hat ihm wahrscheinlich der Aufschwung der Konsumgenossenschaften 
den Gedanken eingegeben, dem er verschiedentlich Ausdruck gibt, und dessen Be 
deutung nicht gering ist, daß der unbilligerweise von den Verbrauchern durch die 
Zwischenhändler erhobene Tribut größer ist als der, den die Kapitalisten von den 
Lohnempfängern erheben, und daß die Arbeitenden noch mehr von der Abschaffung 
des ersteren, als der des zweiten gewinnen würden.
	        

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Finanzwissenschaft. G. Fischer, 1927.
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