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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die historische Schule und der Streit über die Methoden. 449 
Gesetzen zu begründen, so erscheint dies vielen, vielleicht sogar der 
Mehrzahl der Yolkswirtschaftler als ungerechtfertigt 1 ) 
b) Die Anhänger der historischen Schule werfen weiterhin den 
■ersten Ökonomisten vor: daß ihre Psychologie eng und ungenügend 
gewesen sei. Adam Smith, Say und Ricaedo betrachten das Selbst 
interesse als den einzigen Beweggrund aller menschlichen Handlungen. 
Sie bilden sich ein, daß der Mensch einzig und allein von der Jagd 
nach dem Gewinn beherrscht sei. Die Anhänger der historischen 
Schule sagen nun, daß das Interesse, sogar in wirtschaftlicher Hin 
sicht, durchaus nicht der einzige Beweggrund menschlichen Handelns 
sei. Hierin, wie in anderen Dingen, gehorche der Mensch den ver 
schiedensten Triebfedern: der Eitelkeit, der Ruhmsucht, dem Tätig 
keitstrieb, Pflichtgefühl, Mitleid, Wohlwollen, der Nächstenliebe, oder 
einfach der Gewohnheit. Knies sagt: „Den Menschen unwandelbar 
und allgemein in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit nur von eigen 
nützigen Motiven geleitet hinstellen, ist tatsächlich entweder gleich 
bedeutend mit der Ableugnung aller edleren und besseren Motive 
in jeglichem Beginnen des Menschen, oder mit der Lehre, daß jeder 
Mensch so und so viele selbständig nebeneinander wirkende Mittel 
punkte seines geistigen Lebens habe“ 2 ). 
Daß die Klassiker im persönlichen Interesse (nicht im Egoismus, 
wie Knies sagt, indem er diesem Wort einen erniedrigenden Sinn 
gibt), den Ursprung und die grundlegende Erklärung der wirtschaft 
lichen Tatsachen gesehen haben, wird niemand bestreiten. Die An 
hänger der historischen Schule scheinen sich aber auch hier getäuscht 
zu haben, indem sie ihrer Beobachtung eine viel zu große Tragweite 
gaben. Damit beschäftigt, die Wirklichkeit in ihrer ganzen kompli 
zierten Zusammensetzung zu erfassen, und mehr für das Spezielle und 
Charakteristische als für das Allgemeine und Universelle interessiert, 
haben die Anhänger der historischen Schule vergessen, daß die Volks 
wirtschaft als Wissenschaft die wirtschaftlichen Tatsachen als 
Massentatsachen betrachtet. Die klassischen Volks Wirtschaftler 
bemühten sich das Allgemeine, nicht das Individuelle zu studieren. 
Und ist denn im Wirtschaftsleben, wenn man davon absieht, daß in 
irgendeinem Spezialfall persönliche Neigungen dieses oder jenes Be 
teiligten Unterschiede herbeiführen können, der beständigste Beweg 
grund für jede Handlung nicht gerade der egoistische Wunsch 
des Wohlseins oder des Gewinnes? Das ist die Meinung Adolf 
V'agnee’s, der sich in diesen Fragen der Methode mit Entschieden- 
1 ) Gewisse Schriftsteller gehen jedoch eine vollständige Assimilation nicht zu. 
Z. B. Wagnee, Grundlegung, Bd. I, S. 335. 
2 ) Knies, op. cit, S. 232. 
Olde und Eist, Gesch. d. Volkswirtschaft!. Lehrmeinungen. 
29
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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