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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel I. Die historische Schule und der Streit über die Methoden. 457 
nicht, um uns über seine Vielgestaltigkeit Rechenschaft zu geben. 
Sie zeigt uns wohl gewisse sehr allgemeine Erscheinungen, aber sie 
ermöglicht es uns nicht, ihre konkreten und besonderen Charakterzüge 
zu verstehen. 
Woher kommt nun dieser Mangel? Er beruht darauf, daß die 
mechanische Auffassung die wirtschaftliche Tätigkeit des Menschen 
aus dem wirklichen Milieu, in dem sie sich vollzieht, isoliert. Die 
wirtschaftlichen Handlungen des Menschen stehen in enger Ver 
bindung mit der Gesamtheit der Bedingungen, unter denen er lebt. 
Ihr Charakter und ihre Wirkungen sind von Grund aus verschieden, 
je nach dem physischen, sozialen, politischen und religiösen Milieu, 
in dem sie sich vollziehen. Die geographische Lage eines Landes, 
seine natürlichen Hilfsquellen, die wissenschaftliche und künstlerische 
Kultur seiner Bewohner, ihr moralischer und intellektueller Charakter, 
ihr Eegierungssystem bestimmen die Natur der wirtschaftlichen Ein 
richtungen, die sie aufgerichtet haben, beeinflussen den Grad des 
Wohlstandes oder des Reichtums, dessen sie sich erfreuen. Aller 
dings müssen die allgemeinen Funktionen der Gütererzeugung, der 
Verteilung und des Austausches in allen Gesellschaften vor sich 
gehen. Aber jede menschliche Gemeinschaft stellt ein besonderes 
organisches Milieu vor, dem sich diese Funktionen anpassen müssen, 
und das infolgedessen dem wirtschaftlichen Leben einer jeden seinen 
besonderen Stempel aufgedrückt. Wenn man daher alle verschieden 
artigen Seiten dieses Lebens verstehen will, muß man die wirtschaft 
liche Tätigkeit nicht nur isoliert, sondern in ihren Beziehungen zu 
dem sozialen Milieu betrachten, das allein das Verständnis der 
charakteristischen Züge gestattet 1 ). 
Das ist eine der historischen Schule teuere Grundidee. Aus ihr 
ergibt sich dann sogleich eine weitere. 
Das soziale Milieu ist nämlich nicht etwas Feststehendes. Es 
ist beständigem Wechsel unterworfen; es bildet sich um und ent 
wickelt sich; es ist niemals in zwei verschiedenen Zeitpunkten 
gleich; und jeder dieser aufeinander folgenden Zustände erfordert 
eine Erklärung. Wo sollen wir diese Erklärung finden? In der 
Geschichte. 
! ) Roscher: „Wie jedes Leben, so ist auch das Volksleben ein Ganzes, dessen 
verschiedenartige Äußerungen im Innersten Zusammenhängen, Wer daher eine Seite 
desselben wissenschaftlich verstehen will, der muß alle Seiten kennen. Und zwar 
sind es vornehmlich folgende sieben Seiten, welche hier in Betracht kommen: Sprache, 
Religion, Kunst, Wissenschaft, Recht, Staat und Wirtschaft.“ System der Volks 
wirtschaft, Bd. I, Grundlagen der Nationalökonomie, 22. Aufl. bearbeitet von 
Robert Pöhlmann, Stuttgart 1897 S. 41. Vgl. auch Hildebeand: National 
ökonomie der Gegenwart nsw. S. 29, Genau so denkt auch Kkibs.
	        

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Political Economy. Williams & Norgate [u.a.], 1912.
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