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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

516 
Viertes Bach. Die Abtrünnigen. 
Die Richtigkeit dieser Annahme vorausgesetzt, betrachten wir 
einen Arbeiter, einen Lohnempfänger, der mit irgend einer Arbeit 
beschäftigt ist und täglich 10 Stunden arbeitet. 
Was wird der Tauschwert des Produktes seiner Arbeit sein? 
10 Stunden, was auch immer dieses Produkt sei, Schuhe, Tuch, Kohle 
oder irgend etwas anderes. Und da, auf Grund des Lohnvertrages, 
der Arbeitgeber — der Kapitalist, wie Marx ihn stets nennt — sich 
immer das Eigentum an dem Arbeiterzeugnis Vorbehalten hat, so 
verkauft er dieses Erzeugnis zu seinem Wert, nämlich für 10 Stunden. 
Was gibt aber der Arbeitgeber dem Arbeiter? Seinen Lohn, 
weiter nichts! Was stellt nun dieser Lohn vor? Das Lohnsystem 
besteht darin, daß der Kapitalist die Arbeitskraft des Arbeiters kauft, 
um sie nach seinem Belieben zu verwenden. Welchen Preis zahlt 
er dafür? Den Preis ihres richtigen Wertes. Dieser Wert wird nun 
von demselben Gesetz bestimmt, das alle Tauschwerte regelt, und 
das wir soeben formuliert haben. Die Arbeitskraft, die Arbeit, ist 
eine Ware wie jede andere und ihr Wert wird in gleicher Weise 
durch die zur Produktion dieses spezifischen Artikels notwendige 
Arbeitszeit bestimmt ] ). 
„Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit“ 
— klingt zunächst etwas erstaunlich! Für die, die am Anfang des 
Studiums der MAEx’schen Lehre stehen, ist dieser Punkt der am 
schwersten verständliche, und trotzdem ist er die Hauptsache, denn 
alles beruht auf ihm, wie auf einem Grundstein. Und doch ist das 
Rätsel nicht so schwer zu lösen. Nehmen wir an, daß es sich, anstatt 
um die Arbeit eines Arbeiters, um die Arbeit einer Maschine handele; 
kein Ingenieur würde es wunderbar finden, daß man ihn fragt, wie 
eine Eigenschaft, die von Arbeitsprodukten ... Es (das Arbeitsprodukt) ist auch 
nicht länger das Produkt der Tischlerarbeit oder der Bauarbeit oder der Spinnarbeit 
oder sonst einer bestimmten produktiven Arbeit. Mit dem nützlichen Charakter der 
Arbeitsprodukte verschwindet der nützliche Charakter der in ihnen dargestellten 
Arbeiten, es verschwinden also auch die verschiedenen, konkreten Formen dieser 
Arbeiten, sie unterscheiden sich nicht länger, sondern sind allesamt reduziert 
auf gleiche menschliche Arbeit, abstrakt menschliche Arbeit“ (Kapital, B. I. S. 4, 
IV. Aufl.). 
l ) „Was also die kapitalistische Epoche charakterisiert, ist, daß die Arbeitskraft 
für den Arbeiter selbst die Form einer ihm gehörigen Ware, seine Arbeit daher die 
Form der Lohnarbeit erhält“ (Kapital, B. L, S. 133. Anm. 41, IV. Aufl.). „Gleich allen 
anderen Waren besitzt sie (diese Ware: die Arbeitskraft), einen Wert. Wie wird 
er bestimmt? Durch die . . . zur Produktion notwendige Arbeitszeit. Zu seiner 
Erhaltung bedarf das lebendige Individuum einer gewissen Summe von Lebens 
mitteln. Die zur Produktion der Arbeitskraft notwendige Arbeitszeit löst sich also 
auf in die zur Produktion dieser Lebensmittel notwendige Arbeits 
zeit, oder der Wert der Arbeitskraft ist der Wert der zur Erhaltung ihres Besitzers 
notwendigen Lebensmittel“ (Ebenda).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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