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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

618 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
digung und das Minimum an Opfern für jeden der Austauschenden 
verwirklicht. Das gleiche gilt auch für die sogenannten Gesetze des 
Angebotes und der Nachfrage, des Einheitspreises, der Produktions 
kosten, des Lohnes, der Zinsen, der Rente usw. Es ist sicherlich 
eine Leistung, diesen intuitiven Behauptungen 1 j, die nichts als form 
lose und unbestimmte Theorien waren, die Kraft eines unwiderleg 
lichen Beweises gegeben zu haben. Dieser Homo oeconomicus, den man 
verlacht, ist nur ein Skelett, aber gerade dieses Skelett gestattet der 
Wissenschaft, wie dem organischen Wesen, zu stehen und zu gehen! 
Für die Entwicklung der nationalökonomischen Wissenschaft liegt 
hierin ein Fortschritt, der dem vergleichbar ist, der in der biolo 
gischen Entwicklung den Übergang der Wirbellosen zu den Wirbel 
tieren bezeichnet. 
Mag dies alles sein! Ein letzter Einwurf, oder doch ein Zweifel 
bleibt aber übrig, nämlich ob die Wissenschaft, auch wenn sie diese 
Wahrheiten für endgültig nachgewiesen hält, wie die Hedonisten 
glauben, so viel Gewinn daraus ziehen kann, wie sie annehmen. Man 
hat sehr richtig gesagt, daß die Mathematik nur einer Mühle gleiche, 
die das Korn, das man ihr zugetragen hat, als Mehl wiedergibt, aber 
man muß noch untersuchen, was es für Korn war. Hier haben wir 
eine Menge von Abstraktionen, die man in das mathematische Räder 
werk geworfen hat — einen Einheitsmarkt, Individuen, deren einzige 
Triebfeder das hedonistische Prinzip ist, die Identität beider Aus 
tauschender vom Gesichtspunkt ihrer Begehrungen aus * 2 * * * * ), die Allgegen 
wart des Kapitals und der Arbeit, eine vollständig unbehinderte Sub 
stitutionsfähigkeit usw. —, und so ist es doch vielleicht möglich, daß das 
Mehl, das aus der Mühle kommt, nicht allzu nahrhaft ist. Auf alle Fälle 
muß man zugeben, daß das Mahlergebnis der hedonistischen Schule 
eine Welt sein würde, die mit der bestehenden Wirklichkeit ebenso 
wenig, wie die fourieristische oder die saint-simonistische oder die 
anarchistische Welt zu tun hat, und deren Verwirklichung noch un 
wahrscheinlicher ist oder eine ebenso wunderbare Umwälzung zur 
Voraussetzung hat. Dies geben die Hedonisten nun auch offen zu; 
hierin liegt sogar eine Überlegenheit, die sie Uber die klassischen 
Ökonomisten haben, die, wenn sie über die freie Konkurrenz ihre Ge 
danken darlegen, stets denken: „Es ist erreicht!“ 8 ). 
') Die Volkswirtschaft wird mit dem Tage eine Wissenschaft werden, an dem 
sie sich dazu zwingt, „das nachzuweisen, was sie sich bis heute begnügt hat, allge 
mein zu behaupten“ (Waleas, Economie Politique pure, 8. 427). 
2 ) Man muß „auf alle in Betracht gezogenen Individuen und für jedes Produkt 
dasselbe Gesetz der veränderlichen Stärke des Bedürfnisses anwenden“ (Aupetit, L a 
Monnaie, S. 93). 
s ) Übrigens sind die Hedonisten durchaus nicht in die Anwendung der mathe 
matischen oder abstrakten Methode verrannt, und verkennen keineswegs die Be-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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