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Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

Monograph

Identifikator:
1014011027
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-25942
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1936
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 240 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B. Die Menschen im Betrieb
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)
  • Title page
  • Contents
  • A. Die Grundlagen
  • B. Die Menschen im Betrieb
  • C. Die Organisation
  • D. Die Wirtschaftlichkeit
  • Index

Full text

46 
Die Menschen im Betrieb. 
sehen Grundrechnung denkt. Er hat sodann zu überlegen, für welche Güter diese 
oder jene Einrichtungen erforderlich sind, welches (eigene oder fremde) Kapital 
aufzuwenden ist, wenn er bei bestimmten Preisen und Kosten diesen oder jenen 
Umsatz mit einem bestimmten Gewinn erzielen will, und nicht zuletzt: welches 
Risiko er bei all diesem errechnen soll und muß. Diese gedanklichen Überlegungen 
hat er (zugleich als Betriebsführer) in die Tat umzusetzen und sie im Betrieb zu 
berücksichtigen, d.h. die erforderlichen Einrichtungen zu schaffen, die Güter her 
zustellen, den Absatz derselben zu besorgen und in allem bewußt zu sein, daß er 
diesen Betrieb nicht allein bewältigen kann, sondern hier mit anderen Menschen 
eine Gemeinschaft bildet, mit deren Hilfe es ihm allein möglich ist, seine Über 
legungen und Absichten als Unternehmer zu verwirklichen. 
Gegenüber der allgemeinen Aussage: daß der Unternehmer die drei Produktionsfaktoren: 
Natur, Kapital und Arbeit vereinige, ist die Umschreibung, was ein Unternehmer ist und was 
er tut, bei Sohmoller (Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre, 1923) von farben 
reicher Lebensnahe: 
„Die Unternehmer stehen heute als die verantwortlichen Lenker der Produktion und des 
Handels zwischen den übrigen Klassen der an der Produktion Mitwirkenden und den Konsu 
menten. Sie sind es, die auf der einen Seite heute ein-, auf der anderen morgen verkaufen; sie 
verlangen bestimmte Mengen von Land, Gebäuden, Maschinen, von Rohstoff und Hilfsstoff, 
von Kapital und Arbeit, sie suchen diese so billig als möglich zu erhalten; sie haben zu rechnen, 
welche Mengen von Produktionsmitteln und halbfertigen Waren sie an die Produzenten der 
weiteren Verarbeitungsstadien, von fertigen Waren an die Händler und Konsumenten des 
In- und Auslandes künftig absetzen können und zu welchen Preisen. In den stets sich fort 
setzenden ungeheuren und wechselvollen Prozessen der Gütererzeugung und des Güterumsatzes 
haben die Unternehmer stets die aus der Vergangenheit stammenden Produktionsmittel, 
Rohstoffe usw. mit ihren heutigen Preisen und den zukünftigen Bedarf mit seinen ungewissen 
zukünftigen Preisen zu überblicken und nun spekulierend zu überlegen, wie sie es einrichten 
können, daß ihr verkäufliches Produkt ihnen mehr eintrage, als ihre Kosten ausmachen. Sie 
haben in der Regel weder die Preise ihrer Auslagen noch die ihrer Verkaufsprodukte in der 
Hand; beide bilden sich auf dem Markte, sie müssen ihre Produktenmenge, ihren inneren Be 
trieb, die auszuwählenden Mittel und Wege, die Methoden diesen ihnen gegebenen Faktoren 
anpassen. 
Ihr Einkommen hängt 1. ab von dem Maße, in dem sie die Preise der Produktionsmittel 
und die der verkäuflichen Produkte richtig erkennen und voraussehen; sie müssen hohe kauf 
männische Fähigkeiten haben, Quellen, Bedarf, Konkurrenzverhältnisse genau kennen oder 
vielmehr immer neu richtig zu schätzen vermögen. Und es ist 2. bedingt von dem Maße, wie 
sie nach innen verstehen, die rechten Leute auszuwählen und in rechte Verbindung zu bringen, 
die bestmöglichen Maschinen und Methoden zu verwenden, ihr Geschäft an den passendsten 
Ort zu legen, jede unnötige Ausgabe zu vermeiden. Beides sind schwierige Funktionen, der 
kleinste Fehler auf beiden Gebieten bringt Verlust, das Verharren in hergebrachten Gleisen 
genügt immer weniger, je komplizierter der Weltmarkt und die Technik werden. Das kauf 
männisch organisierende und das organisatorisch technische Talent muß unausgesetzt nach 
Verbesserungen ausspähen, wenn die Konkurrenz nicht das Geschäft vernichten soll. 
Der Händler und Unternehmer muß einerseits eine umfassende Kenntnis des Bedarfs, des 
Geschmacks, der Absatzwege und eine technische Beherrschung der möglichen Produktions 
methoden, andererseits Organisationstalent, Menschenkenntnis, Kombinationsgabe, eine ge 
wisse geschäftliche Phantasie, die sich ein Bild von der Zukunft machen kann, vor allem aber 
Mut, Energie, Tatkraft und Rücksichtslosigkeit besitzen. Es sind nicht die höchsten sittlichen 
Eigenschaften, aber Qualitäten, welche nur in bestimmter gesellschaftlicher Umgebung und 
Schulung erlernt werden. Es sind zu einem Teil dieselben Eigenschaften, die für einen Trup 
penführer, einen Bürgermeister, einen Landrat oder Minister nötig sind. Die Unternehmer sind 
die Offiziere und der Generalstab der Volkswirtschaft.“ 
Diese allgemeinen Kennzeichnungen der Aufgaben des Unternehmers und 
Betriebsführers zwingen zu zwei Ergänzungen, wenn man den wirklichen Unter 
nehmer, wie er uns heute in der Praxis entgegentritt, ins Auge faßt. Das erste ist: 
daß sich nur in den kleinsten Wirtschaftsbetrieben alle aufgezählten Tätigkeiten in 
einer Person (des Unternehmers) vereinigen lassen. Wir haben gesehen (A II), wie 
sieh von der kaufmännischen und industriellen Grundarbeit die Nebenarbeiten 
absplittern, die von gegen Entgelt angestellten Mitarbeitern geleistet werden. In 
den neuzeitlichen Großbetrieben geht diese Absplitterung der ausführenden von
	        

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Der Wirtschaftsbetrieb Als Betrieb (Arbeit). Verlag von Julius Springer, 1936.
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