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Tote und lebendige Wissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Tote und lebendige Wissenschaft

Monograph

Identifikator:
1016561377
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85201
Document type:
Monograph
Author:
Spann, Othmar http://d-nb.info/gnd/118615904
Title:
Tote und lebendige Wissenschaft
Edition:
Zweite, stark vermehrte und durchgesehene Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
XV, 172 Seiten
Digitisation:
2019
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Tausch und Preis nach individuallistischer und universalistischer Auffassung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Schutz dem Arbeiter!
  • Title page
  • Contents

Full text

120 
In Tetschen, Trautenau und andern Orten Böhmens fand Braf 
neben einander gleich große Fabriken mit verschiedener Arbeitszeit, und 
er berichtet, daß ihm in den Fabriken mit kürzerer Arbeitszeit regel 
mäßig erklärt wurde, man leiste dasselbe wie die andern bei längerer. 
Die Berichte der deutschen Fabrik-Inspector en berichten vielfach 
über gleiche Erfahrungen. Wir haben oben schon die Anschauungen 
einiger Fabrik-Jnspectvren, wie sie in den Berichten pro 1885 niedergelegt 
sind, angeführt. l)r. Wolf (Düsseldorf) hebt z. B. hervor, daß die Arbeits 
leistung in den Einzelwerken vieler Industriezweige höchst un 
gleich, in einem groß, in andern gleichartigen Werken viel geringer 
sei, und stellt fest, „daß die Werke mit geringerer Arbeitsleistung 
in der Regel lange Arbeitszeit haben, und daß alle Versuche, 
die erstere unter Beibehaltung der letztern zu Zeiten günstiger Markt 
verhältnisse mittels des Anreizes erhöhter Löhne zu steigern, nur einen 
kurzlebigen Erfolg haben oder scheitern. Gleiche Ergebnisse zeige" 
sich, wenn in Betrieben mit kurzer angestrengter Arbeit zur Ausnutzung 
guter Absatz-Verhältnisse die Arbeitszeit verlängert wird; die 
Arbeitsleistungen entsprechen dann nur wenige Tage hindurch der 
eingetretenen Vermehrung der Arbeitszeit und sinken rasch in dee 
Richtung der höhern Tagesleistung. Anderseits wurde von den Antee- 
nehmern vielfach festgestellt, daß die Leistungsfähigkeit unserer industrielle" 
Arbeiter jener der englischen in keiner Weise nachstehe." (Amtl. Mit' 
theilungen pro 1885, S. 73 f.) 
Dieselben Erfahrungen haben uns Fabricanten vielfach bestätigt- 
daß z. B. im Frühjahr und Herbst, wo die Tage länger resp. kürzer 
werden, und um Licht zu sparen, die Arbeitszeit (z. B. in Textil' 
Fabriken) gekürzt wurde, die Arbeiter dasselbe leisteten resp. ver 
dienten (bei Accord) wie vorher; ebenso wie es allgemein bekannt ist, 
daß vor Fastnacht und Kirmes die höchsten Verdienste (bei Accord- 
löhnung) herauskommen. Daß überhaupt nicht allein die Maschine, sonder" 
vor alleni die Arbeitstüchtigkeit und Arbeitslust des Arbeiter^ 
die Leistung bestimmen, beweisen auch die hohen Unterschiede der 
Verdienste der verschiedenen Arbeiter, wenn sie auch an denselbe" 
Maschinen und zu denselben Accordsätzen beschäftigt werden. 
Die Berichte der Fabrik-Jnspectoren früherer Jahre bringen Belegt 
in gleicher Richtung. Der Fabrik-Jnspector für Köln-Koblenz-Trier führt 
z. B. (pro 1875) an: 
„Die gesetzliche Bestimmung, nach welcher jugendliche Arbeiter von 14—16 Jahw 
nur 10 Stunden täglich in Fabriken beschäftigt werden dürfen, hat in einigeil Etablissement-' 
welche diese Kategorie von Arbeitern ilicht wohl entbehren können, zur Folge gehabt, ^ 
die Arbeitszeit überhaupt für alle Arbeiter auf 12 Stunden incl. zwei Stund^ 
Pause herabgesetzt worden ist, und es hat sich gezeigt, daß dadurch die Leistung-
	        

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Staatspapierkurs Und Versicherungsgesellschaften. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Königliche Hofbuchhandlung, 1913.
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