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Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie

Monograph

Identifikator:
1024656551
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-49829
Document type:
Monograph
Title:
Der Wirtschaftskrieg
Edition:
Zweite, nach dem Stande vom 31. Juli 1915 ergänzte Auflage
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer
Year of publication:
1915
Scope:
1 Online-Ressource (II, 171, V Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VI. Kaiserlich Deutsche Verwaltung in Belgien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Title page
  • Contents
  • I. Abschnitt
  • II. Abschnitt
  • III. Abschnitt. Geographie des Verkehrs

Full text

8 
I. Abschnitt. 
eine außerordentlich starke handelsgeographische Spannung zwischen beiden Ländern 
besteht. Vergleichen wir dagegen die Dichtezahlen beider Erdgebiete, so über 
trifft das britische Inselreich die südamerikanische Republik fast 
um das Vierfache, d. h. das europäische Gebiet zeigt damit sofort seine in der 
Natur begründeten Vorzüge gegenüber den argentinischen Weideflächen. 
Daß die Berücksichtigung des Raumes auch bei der Darstellung kleinerer Land 
schaften eine wesentliche Pflicht der geographischen Statistik ist, lehrt uns selbst 
die Nebeneinanderstellung kleinerer Landschaften. Bleiben wir bei der Zahl der 
Rinder stehen, so zeigt ein Vergleich zweier Land Wirtschaftsgebiete innerhalb Preußens 
die Notwendigkeit beider zahlenmäßigen Beziehungen. In den ersten Jahren des 
laufenden Jahrhunderts kamen im Regierungsbezirk Köslin auf je 1000 Einwohner 
460, in Sigmaringen 620 Rinder. Dabei betrug die Dichte in dem pommerschen 
Gebiet nur 20, in dem zweiten Bezirk aber rund das Doppelte dieser Zahl. Der 
Hochlandcharakter der süddeutschen Landschaft tritt demnach in der Verrechnung 
auf die Fläche viel deutlicher hervor als in dem Verhältnis der Rinderzahl zur Be 
völkerung. 
Um mit möglichster Zuverlässigkeit urteilen zu können, soll sich 
der Geograph hei jeder Zahlenverwertung fragen, ob sich nicht an 
Stelle der Beziehung von beweglichen Größen (Einwohnern) auf den 
Raum eine solche finden läßt, die auch jene in einer festeren Ver 
bindung mit dem Boden zeigt als sie dem Einzelwesen eigen ist. 
Bei einiger Ueberlegung ist es keineswegs schwer, solche Verknüpfung 
zwischen Mensch und Raum zu finden. Schon in der grundlegenden 
Raumverrechnung der Bevölkerung auf die Einheitsfläche lassen sich 
solche an Stelle oder als Ergänzung zur bisher fast allein üblichen 
Angabe der Volksdichte einführen, die ein viel klareres Urteil über 
die wirtschaftliche Stellung bestimmter Gebiete gestatten. Der einzelne 
Mensch, der in der Volksdichtezahl in Beziehung zum Raume gesetzt 
wird, steht ihm als Glied eines Volkes durchaus als bewegliche Größe 
gegenüber. Das ist indessen sofort anders, wenn wir ihn in seiner 
wirtschaftlichen Stellung zum Raume erfassen. Dann erscheint er in 
der Regel an einen festen Wohnsitz und damit doch wieder an eine 
bestimmte Stelle innerhalb des Erdraumes gebunden und diese Be 
ziehung zur Fläche eines Staates gibt den Einwohnerzahlen eine viel 
leichter faßliche Gestalt als die allgemein übliche Nebeneinander 
stellung bloßer Volksdichtezahlen. Wir können die Bedeutung einer 
Landschaft oder eines Landes aus dem Verhältnis von Einwohner 
zahlen zum Raume viel besser beurteilen, wenn wir die Dichte der 
verschiedenen Größenklassen von Siedelungen miteinander vergleichen. 
Beispiel: Die Volksdichte in Deutschland und in Italien war um 1910 mit 
120 und 121 fast genau die gleiche. Dagegen betrug die Zahl der Großstädte auf 
je 100000 qkm im Deutschen Reiche 9, in Italien nur 4,5 und ein ähnliches Bild 
ergibt die Verrechnung der größeren Mittelstädte auf die Einheitsfläche. So tritt 
der ländlichere Charakter des südeuropäischen Königreichs gegenüber der auch in 
Industrie und Handel bedeutenden mitteleuropäischen Großmacht viel deutlicher in 
Erscheinung als auf andere Weise, während er in der Volksdichtezahl überhaupt 
nicht zum Ausdrucke kommt. 
Ganz ähnlich liegen die Dinge bei der Statistik des Verkehrs. 
Wo bewegliche Dinge, zu denen sämtliche der Beförderung von 
Menschen und Gütern dienende Fortbewegungsmittel gehören, in 
Betracht kommen, wird die Beziehung auf die Einheit der Bevölkerung 
unter Umständen recht deutliche Bilder der Verkehrs Verhältnisse geben. 
Doch auch hier ist eine Beziehung auf den Raum höchst wünschens 
wert, wenn sie sich durchführen läßt. Das ist da der Fall, wo die 
Beförderungsmittel an bestimmte, im Raume festliegende Linien ge 
bunden sind, wie die Fahrzeuge der Binnenschiffahrt an Flüsse und
	        

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Methodische Einführung in Die Allgemeine Wirtschaftsgeographie. Verlag von Gustav Fischer, 1914.
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