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Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

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Bibliographic data

fullscreen: Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands

Monograph

Identifikator:
1028803877
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-42731
Document type:
Monograph
Author:
Prokopovič, Sergej Nikolaevič http://d-nb.info/gnd/116304774
Title:
Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands
Place of publication:
Tübingen
Publisher:
J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (88 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Kapitel. Die Steuerlast und das Kapitalwachstum
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Über die Bedingungen der industriellen Entwicklung Russlands
  • Title page
  • Erstes Kapitel. Das Volkseinkommen
  • Zweites Kapitel. Die Steuerlast und das Kapitalwachstum
  • Drittes Kapitel. Die Zollpolitik
  • Contents

Full text

aus dem Auslande nach Rußland jährlich zufließenden Geldes den 
inländischen Kapitalzuvvachs bedeutend übersteigt. Die eigene 
Kapitalbildung kann nur 42 °/o des nationalen Bedarfes decken, 
während 58 °/o der notwendigen Kapitalien aus dem Auslande zu 
bezogen werden müssen. Ferner die einheimischen Kapitalien 
werden hauptsächlich für Industriezwecke verwendet (97 °/o), wäh 
rend die ausländischen meistens Staatsgarantien suchen und nur 
ein geringer Teil derselben (19 °/o) sich der Industrie zuwendet 
und auch dies nur in dem Falle, wenn die russischen Kapitalien 
den Weg angebahnt haben J ). Schließlich kommt der Zufluß 
des auswärtigen Kapitals in die russische Industrie nicht gleich 
mäßig, sondern sprungweise, unter der direkten Einwirkung der 
westeuropäischen Industriekrisen. Das russische Kapital dagegen 
bildet sich gleichmäßig, und ebenso gleichmäßig fließt es der In 
dustrie zu. 
Die übermäßige Steuerlast hat somit die inneren Kräfte des 
ökonomischen Wachstums Rußlands und seine kapitalbildende 
Fähigkeit auf das äußerste geschwächt. Nach den maximalen, 
sicherlich übertriebenen Berechnungen spart Rußland jährlich etwa 
200 Millionen Rubel. In England aber betragen die jährlichen 
Ersparnisse etwa 2 Milliarden Rubel, in Deutschland (in der Mitte 
der neunziger Jahre) 1400 Millionen Rubel (3000 Millionen Mark) 
und sogar in Italien (um das Jahr 1900) 300—400 Millionen Rubel 
(800—1000 Millionen Lire). Statistisch genau sind diese Ziffern 
gewiß nicht, sie sind aber zweifellos symptomatisch und drücken 
ziemlich genau die relative Kraft des ökonomischen Wachstums 
verschiedener Länder aus. Die Kapitalakkumulation in einem 
Lande hängt nicht nur von der Größe des Volkseinkommens, 
sondern auch von der Größe der Steuerbelastung ab. In bezug 
auf beides befindet sich Rußland, wie wir gesehen haben, in be 
sonders ungünstigen Verhältnissen. Nehmen wir, nach der oben 
angeführten Berechnung * 2 ), an, daß auf die 50 Gouvernements des 
europäischen Rußlands etwa 80 °/o des akkumulierten Kapitals ent- 
') Professor Soboleff sagt: »Die Ausländer stehen ihre Kapitalien für 
staatliche und kommunale Anleihen gern zur Verfügung, sind dagegen sehr 
zurückhaltend, sobald es sich um fremde Industrieunternehmen handelt. . , . 
Bis jetzt wurde nur sehr wenig ausländisches Kapital in die russische Industrie, 
mit Ausnahme der Bergwerke, placiert.« »Rußlands Zollpolitik in der zweiten 
Hälfte des 19. Jahrhunderts«, 1911 (russisch), S. 825—826. 
2 ) S. S. 32.
	        

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Über Die Bedingungen Der Industriellen Entwicklung Russlands. J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), 1913.
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