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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1042018391
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-81635
Document type:
Monograph
Title:
Untersuchungen über das Versicherungswesen in Deutschland
Place of publication:
München
Publisher:
Verlag von Duncker & Humblot
Year of publication:
1913
Scope:
V, 362 Seiten
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Geschäftliche Versicherung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
95 
Auffassung verdrängt, welche die Staaten auf allen Gebieten in 
Tätigkeit zu sehen wünscht, wo die beschränkten Kräfte des In 
dividuums ungenügend sind, um den Anforderungen der physischen, 
-mistigen, moralischen Kultur zu entsprechen. Die Staatstatigkeit 
hat in kolossalen Verhältnissen zugenommen und damit auch die 
Staatsausgaben. Die immense Steigerung der Staatsausgaben be 
leuchten prägnant die folgenden Daten. Im Verlaufe von vier Jahr 
hunderten ist das französische Ausgabenbudget von 2 Millionen 
auf 4 Milliarden gestiegen. In der ersten Hälfte des XV. -Jahr 
hunderts betrug es 2 Millionen, unter Sully 32 Millionen, unter 
Colbert 720 Millionen, 1830 eine Milliarde, 1911 überschritt es die 
vierte Milliarde. In Großbritannien ohne Irland betrug das Aus 
gabenbudget 1688 etwa 3 Millionen Pfund Sterling, am Ende des 
XVIII. Jahrhunderts 60 Millionen, vor dem Weltkrieg 172 Milli 
onen. Als Ursachen, welche in der Neuzeit das Steigen der Staats 
ausgaben hervorriefen, kommen namentlich folgende in Betracht: 
a) in einzelnen Fällen die Vergrößerung des Territoriums des Staates 
und überall die Zunahme der Bevölkerung im XIX. Jahrhundert. 
Doch ist diese Zunahme natürlich nur als eine relative zu betrachten. 
2. Die außerordentliche Zunahme der staatlichen Aufgaben aut 
dem Gebiete der Kultur, so Unterricht, Volkswirtschaft, öffentliches 
Gesundheitswesen usw. Der Staat beschäftigt sich mit der Ver 
waltung großer Unternehmungen, wie Eisenbahnen, Kanäle, Geld 
institute usw., welche den Kähmen der Staatstätigkeit außerordent 
lich erweitern. 3. Der humane Geist der Neuzeit fordert vom 
Staate große Opfer auf dem Gebiete der Armenpflege, Kinder 
pflege, Arbeiterversicherung, Gefängniswesen, Patronage usw. 4. Das 
immense Anwachsen des Heeresbudgets als Folge der internationalen 
Lage resp. der imperialistischen und Revanchebestrebungen einzelner 
Staaten und der außerordentlichen Entwicklung der Kriegstechnik, 
Dreadnoughts, Unterseeboote, Aeronautik und Zeppelin usw. 5. Die 
fortschreitende Entwertung des Geldes, welche sowohl die persön 
lichen als die sachlichen Ausgaben des Staates empfindlich beein 
flußt. 6. Die infolge des parlamentarischen Systems in den höheren 
Stellungen eintretenden fast fortwährenden Personenwechsel belasten 
in hohem Maße die Rubrik der Ruhegehalte. 7. In manchen Staaten 
kommt hier auch die leichtsinnige Vergeudung der Staatseinnahmen 
in Betracht, welche das parlamentarische System nicht nur nicht 
hemmt, sondern infolge der für die Wähler geforderten Begünsti 
gungen sogar erhöht. 8. Auch die Verbreitung des demokratischen 
Regimes hat seinen Anteil an der Steigerung der Ausgaben; in den 
demokratischen Kantonen der Schweiz steigen die as en un a
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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