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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
1735159816
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-109196
Document type:
Monograph
Author:
Lukas, Eduard http://d-nb.info/gnd/11731532X
Title:
Das wahre Wesen und die wahren Aufgaben der Arbeitslosenversicherung und produktiven Arbeitslosenfürsorge
Place of publication:
Graz
Publisher:
Leuschner & Lubensky
Year of publication:
1926
Scope:
63 S.
graph. Darst.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
    P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

Styptizin 
434 
Süßholz 
Bish = das Gift, und wird von den Ein 
geborenen zur Bereitung des Pfeilgiftes benutzt. 
Eine japanische Art (Tsaou-woo), die sich 
durch ganz besondere Giftigkeit auszeichnet und 
von Aconitum japonicum abstammt, darf an 
statt der gewöhnlichen nicht verwandt werden. 
Sie dient in Europa lediglich zur Darstellung des 
Akonitins, das neben einem besonderen Alkaloid, 
Japakonitin, reichlich in ihnen enthalten ist. 
Verwendung finden die Akonitwurzeln in der 
Medizin als Auszug, Extrakt und Tinktur, 
z. B. bei Gelenkrheumatismus, Neuralgie usw., 
doch verordnet der Arzt der sicheren Wirkung 
halber meist das Akonitin (s. d,). 
Styptizin, das salzsaure Salz des Kotarnins, 
das durch Oxydation des Narkotins (s. d.) ent 
steht, ein gelbes Kristallpulver von der Formel 
C 12 H 13 NO s . HCl, findet medizinische Anwem 
düng, besonders in der Frauenheilkunde. 
Succineine. sind Xanthenfarbstoffe, die sich 
beim Verschmelzen von Bemsteinsäure mit Di- 
alphyl-m-aminophenolen bilden. Der hauptsäch 
lichste Vertreter, das Rhodanin S, entsteht aus 
Dimethyl-m-aminophenol und hat die Formel 
eines Pyronins, in welches an Stelle der CH- 
Gruppe der Bernsteinsäureester C . (CH) 2 . COOH 
eingetreten ist. 
Succus ist die lateinische Bezeichnung für 
Saft, oder, wenn eingedickt (Succus inspissatus), 
Mus. Im Handel finden sich gewöhnlich fol 
gende Säfte; S. citri, Zitronensaft, S.. dauci, 
Möhrensaft, S. ebuli, Attichmus, S. juniperi, 
Wacholdersaft, Wacholdermus, S. liquiritiae seu 
glycyrrhizae, Lakritzensaft. — Vergleiche wegen 
der näheren Beschreibung die einzelnen Auf 
sätze. 
Sudan. Diesen Namen führen verschiedene 
Teerfarbstoffe: Sudan I, ein ziegelrotes, in Al 
kohol lösliches Pulver, dient zum Färben von Spi 
rituslacken und besteht aus Anilinazobetanaph- 
tol. — Sudan II, ein braunrotes, in Wasser un 
lösliches, in Alkohol lösliches Pulver, wird wie 
S. I verwandt und besteht aus Xylidinazobeta- 
naphtol. — Sudan III, ein braunes Pulver, ist in 
Wasser unlöslich, in Alkohol löslich und besteht 
aus Amidoazobenzolazobetanaphtol. •— Sudan G, 
ein braunes Pulver, das in heißem Wasser teil 
weise mit gelber Farbe, leichter in Alkohol lös 
lich ist, besteht aus Metadioxyazobenzolanilin- 
azoresorzin. — Sudanbraun, ein braunes, in 
Wasser nicht, wohl aber in Alkohol lösliches 
Pulver, wird zum Färben von Seifen benutzt und 
besteht aus Alphanaphtylaminazoalphanaphtol.— 
Sudanrot ist identisch mit Magdalarot (s. d.). 
Süßholz (Süßholzwurzel, lat. Radix liqui 
ritiae seu Radix glycyrrhizae, frz. Racine de 
röglisse, engl. Liquorice root) stammt vop ver 
schiedenen Glyzyrrhiza-Arten, die im Mittel 
meergebiet, in Südosteuropa und Vorderasien hei 
misch sind und in einer ganzen. Reihe von Län 
dern, hauptsächlich Spanien, Südfrankreich, Süd 
deutschland, Italien, Ungarn, Mähren, Südruß 
land, China und Nordamerika angebaut werden. 
Die Süßholzpflanze gehört zu der Familie der 
Schmetterlingsblütler und ist in den ober 
irdischen Teilen krautig. Die Blätter sind un 
paarig. s—8 fach gefiedert mit stachelspitzigen 
Fiedern, die Blütentrauben kürzer als die Blätter, 
die Hülsen wenigsamig und kurz. Die ausdauernde 
Wurzel besitzt zahlreiche lange Ausläufer mit 
schuppigen Niederblättern, aus deren Achseln 
neue Schößlinge entstehen. — Im Handel unter 
scheidet man besonders zwei Sorten, das spa 
nische und das russische S. —• Das spani 
sche S. (lat. Radix liquiritiae hispanica seu 
glabra), von Glycyrrhiza glabra L., besteht 
vorwiegend aus Ausläufern, während die eigent 
lichen Wurzeln in den Ursprungsländern selbst 
auf Süßholzsaft verarbeitet werden. Die Pflanze 
treibt einen bis i m langen und 2,5 cm dicken, 
senkrecht in die Erde dringenden Hauptstamm, 
der selten Äste, aber zahlreiche lange, horizon 
tal verlaufende Ausläufer hat. Diese sind hier 
und da mit Stengelknospen besetzt und unter 
scheiden sich außerdem von den Wurzeln durch 
die Gegenwart eines ziemlich schwachen Markes. 
Das spanische S.,, das übrigens nicht nur qus 
Spanien, sondern auch aus Frankreich, Süd 
deutschland usw. stammt, bildet meist finger 
dicke Stäbe von 6—9 cm Länge, graubrauner 
runzeliger Oberfläche und gelbem, faserig 
zähem .Holzkörper. Es schmeckt süß, hintennach 
etwas kratzend, kommt ungeschält in den 
Handel und ist so schwer, daß es in Wasser 
untersinkt. Das in Spanien selbst gebaute 
S. unterscheidet man in zwei Hauptsorten, ka- 
talonisches S. von Tortosa und S. von Alikante, 
die beide in Ballen von 35—40 kg über franzö 
sische Häfen eingeführt werden. Das in Deutsch 
land (Gegend von Bamberg und Schweinfurt) und. 
Mähren gebaute S. ist dem in Spanien gewonne 
nen ähnlich, aber dünner und von blässerem 
Gelb. Es kommt .teilweise, in längliche Kränze 
gebunden, in den Handel, während die Haupt 
menge an Ort und Stelle auf Extrakt verarbeitet 
wird. Das mährische S. wird im Lande selbst 
verbraucht. Französisches S. ist in der Regel 1 
spanische, über Frankreich gegangene Ware, da 
dieses Land selbst noch viel S. zur Extrakt 
bereitung einführt. Italienisches S. kommt nicht 
in den Handel, wird vielmehr auf Extrakt ver 
arbeitet. Unter der Bezeichnung spanisches S. 
geht endlich auch aus Kleinasien und Nord 
amerika stammende Ware. — Das russische S. 
(lat. Radix liquiritiae russica, echinata seu mun- 
data), von Glycyrrhiza glabra, var. glandulifera, 
besteht aus Wurzeln und Ausläufern und ist die 
allein offizineläe Droge des deutschen Arznei 
buches. Die Pflanze bildet eine bis 2 m hohe 
Staude, ist im südlichen Rußland, in Ungarn, 
Galizien, Armenien und Persien heimisch und 
wird besonders im südlichen Rußland für den 
Handel angebaut. Im Gegensatz zu der spani 
schen Süßholzpflanze ist sie drüsig behaart. Das 
russische S., das von Petersburg in Ballen von 
75—100 kg, mit Lindenbastmatten umgeben, zu 
uns gelangt, bildet dicke, oft gespaltene Wurzel 
stücke oder auch Ausläufer, die geschält in 
den Handel kommen. Das Holz ist sehr faserig, 
strahlig zerklüftet und besitzt neben einem helle 
ren Gelb ein lockereres Gefüge als das spanische 
S. Infolge seiner größeren Leichtigkeit schwimmt 
es auf Wasser. Der Geschmack des russischen 
S. ist süß, ohne kratzenden Nachgeschmack. 
— Apotheker und Drogisten beziehen das S- 
größtenteils von Großhandlungen in geschnitte 
nem Zustande. Ebenso wird das Pulvern des S. 
von diesen besorgt, da sich die faserige Wurzel
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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