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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Monograph

Identifikator:
1742732488
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-116734
Document type:
Monograph
Title:
Völkerbund, Die Weltwirtschaftskonferenz
Place of publication:
Berlin
Publisher:
[Reichswirtschaftsminist.]
Year of publication:
25. Juni 1927
Scope:
115 S.
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Handel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Die Natur und die Erkenntnis. 
169 
daher dem gleichen Wandel und der gleichen Unbestimmtheit, 
wie die äussere Welt unterworfen. Die beiden Gegenglieder, die 
durch den Prozess der Erkenntnis miteinander verknüpft werden 
sollten, sind nunmehr in sich selber aufgelöst. Jede „Wahrheit“ 
beansprucht, eine feste, unaufhebliche Beziehung zwischen dem 
„Innern“ und „Aeusseren“ zu setzen: wie aber liesse sich eine der- 
artige Setzung noch behaupten und rechtfertigen, da die beiden 
Elemente dieses Verhältnisses in beständiger Umbildung begriffen 
sind und niemals zu einem eindeutigen „Sein‘“ gelangen? 
Wir verfolgen nicht die weitere Argumentation und die 
Mannigfaltigkeit der Instanzen, die Montaigne zum Beweise seines 
Hauptsatzes häuft. Sie alle gehen auf antike Vorbilder, vor allem 
auf das allgemeine Schema zurück, das Sextus in der Aufstellung 
seiner zehn „Tropen“ geschaffen hatte. Aber es ist, als gewönnen 
alle diese bekannten Beweisgründe erst in der Energie und in der 
subjektiven Lebendigkeit von Montaignes Stil ihre Schärfe und 
die eindringliche Bedeutung, mit der sie auf die Folgezeit wirken. 
Im Mittelpunkt steht auch hier das Problem des unendlichen 
Regresses im Beweisverfahren: um zwischen den Erschei- 
nungen eine Entscheidung zu treffen, bedürfen wir eines Instru- 
mentes des Urteils; um dieses zu prüfen der logischen Schluss- 
folgerung, die indes selber erst durch dieses Instrument wieder be- 
glaubigt und gesichert werden könnte (II, 12). Oder wäre es mög- 
lich, den Syllogismus und vor allem den Induktionsschluss aus 
diesem Zirkel zu befreien; liesse sich ein Weg finden, allgemeine 
Obersätze der Induktion zu gewinnen, die, wenngleich sie nur in 
der Beziehung auf die Erfahrung Sinn und Geltung haben, den- 
noch nicht als Aggregate von Einzelbeobachtungen zu denken 
sind? In dieser Frage grenzt sich die moderne Erfahrungstheorie, 
die mit Galilei beginnt, ihr Gebiet und ihre Aufgabe ab. Mon- 
taigne hat keinen positiven Anteil an ihr; aber auch hier bleibt 
ihm das Verdienst, dass er dort, wo die gleichzeitige Philosophie, 
wo insbesondere Telesio und seine Schule die eigentliche Lösung 
sah, das Problem aufzurichten wusste. — 
Dieser Sinn und diese Kraft der Skepsis tritt schliesslich, 
deutlicher als im Gebiet der theoretischen Erkenntnis, an den 
Prinzipien der Sittlichkeit hervor. Zunächst zwar scheint hier 
mit dem Schwinden des unbedingten Maasstabes die ethische
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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