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Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887256288
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-242253
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung
Volume count:
2.1904
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1904
Scope:
X, 719 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Verkehr, Handel und Geldwesen. Wert und Preis. Kapital und Arbeit. Einkommen. Krisen, Klassenkämpfe, Handelspolitik. Historische Gesamtentwickelung (2.1904)
  • Title page
  • Contents
  • Drittes Buch. Der gesellschaftliche Prozeß des Güterumlaufes und der Einkommensverteilung
  • Viertes Buch. Die Entwickelung des volkswirtschaftlichen lebens im ganzen
  • Index

Full text

029)] Die italienische städtische Handelspolitik, die venetianische. 571 
zelingt Genua, die große handelspolitische Schöpfung Venedigs, das lateinische Kaisertum 
1204 — 1261 vbestehend) zu stürzen (1261), das Schwarze Meer für sich zu monopoli— 
sieren; es droht Venedig durch seine Festsetzung in Chioggia lahm zu legen: da stürzt 
der Handelskrieg mit Venedig 1378 —1881, die Vernichtung seiner Flotte, der Verlust 
Chioggias Genua von seiner Höhe. Der venetianische Handel bleibt jetzt als Sieger auf 
dem Platze, bis er von Ende des 15. Jahrhunderts an durch das Vordringen der 
Türken, durch die neuen Seewege nach Ostindien, durch das Emporkommen der West⸗ 
mächte langsam zurückgedrängt wird. 
Wo die Laͤnder, mit denen die italienischen Handelsstädte im Mittelmeer Verkehr 
hatten, schwach genug waren, richteten diese ihre direkte politisch⸗militärische Herrschaft 
iuf; die Venetianer unterwarfen sich ganz Dalmatien, später errichteten sie das so⸗ 
genannte lateinische Kaisertum, in dem sie hauptsächlich herrschten; in den Kreuzfahrer⸗ 
staaten ließen sie sich ein Drittel der Städte und Landschaften anweisen. Wo das in 
der Levante nicht ging, gründeten die Italiener in den fremden Städten wenigstens ihre 
exterritorialen Handelsquartiere, die sie befestigten, die nur ihrer Gerichtsbarkeit unter⸗ 
standen. Die ganzen Kreuzzüge waren für alle diese italienischen Handelsstädte wesent— 
lich ein Mittel des Fracht- und Handelsgewinnes und noch mehr ein Mittel der Er— 
werbung von Macht, Einfluß, Festsetzung und Privilegien. 
Alle diese Tendenzen steigerten aber auch die handelspolitischen Rivalitäten der 
italienischen Städte unter sich. Wie der oben angedeutete Aufschwung der einzelnen Haupt⸗ 
handelsstädte sich an ihre Kriege und Seeschlachten gegen Dritte und untereinander an— 
inupfte, so haben fie auch im kleinen sich stets bekämpft, nicht bloß durch Preisherab⸗ 
jetzung und vessere Warenlieferung, sondern ebenso sehr durch List, Seeraub und andere 
solche Miltel. Zumal Pisa und Genua haben lange den Seeraub begünstigt, wenn er 
nur der eigenen Schiffe schonte. Wo die Italiener in derselben Stadt Quartiere und 
Faktoreien nebeneinander hatten, wie vor allem in Byzanz, war es stets fraglich, ob 
die Italiener zusammen bei der heimischen Bevölkerung verhaßter seien als die Italiener 
unter sich. Immer wieder bedrohte ein Quartier das andere, griff es an, äscherte es 
ein. In Byzanz suchte der Kaiser selbst, um ihren wucherischen Handelsfreunden etwas 
am Zeuge zu flicken, häufig das eine Quartier heimlich gegen das andere aufzuhetzen; 
1162 überfallen 1000 Pisfaner das Quartier der 300 Genuesen; 1265— 1258 wurde 
ganz Syrien durch den offenen Krieg der Genuesen und Venetianer verwüstet. Zuletzt 
wich man sich aus; wie die Venetianer den Genuesen das Schwarze Meer überließen, 
so dominierten die Venetianer dann allein in Ägypten, Griechenland und auf vielen Infeln. 
Wo man sich im Orient gegenseitig dulden mußte, kämpfte man um niedrigere 
Zölle als audere Fremde und als die Einheimischen und um ein befsseres Fremdenrecht. 
AÄls Dank fur kriegerische Hülfe gegen die Normannen erhielten die Venetianer 1082 
im ganzen byzantinischen Reich Zollfreiheit und freien Verkehr; andere Städte und 
Stattonen zahlten 2, 4, 10, 12 070 des Wertes als Zoll; nicht verkaufte Waren durften 
die Venelianer wieder absühren, andere nicht. Die in Alexandrien von Venetianern 
gekauften Waren wurden nach einer Tare bezahlt, die eine Kommission machte; sie war 
halb vom venetianischen Konsul, halb von der muselmännischen Zollbehörde ernannt. 
Das Ziel der italienischen Handelsstädte, vor allem Venedigs, ging dahin, die 
orientalischen Waren erst in Byzanz, später im Schwarzen Meere und in Syrien, zu—⸗ 
letzt in Agypten selbst zu holen, sie möglichst allein auf den einheimischen Markt zu 
bringen, andere, besonders deutsche Kaufleute, nicht in den Orient kommen zu lassen. 
Venedig sollte der Brennpunkt des Welthandels werden, wo der Osten und Westen, 
aber duͤrch die venetianische Zwischenhand, sich trifft. Venedig wurde, soweit es ging, 
zum Zwangsstapel- und Umschlageplatz des damaligen Welthandels gemacht; forenses. 
hon possint aliquam Mercantiam Levantis conducere Veneétias (Schulte); es wurde 
vom 10.—16. Jahrhundert, was Byzanz vom 6.—-9. gewesen war. Die venetianischen 
großen Handelsschiffe waren staatlich; die Räume wurden an die Venetianer versteigert; 
kein Nichtbürger durfte auf hnen verfrachten. Mit den aufstrebenden oberdeutschen 
Städten hatte Venedia das ÄÜbkommen getroffen, daß kein Venetianer Waren nach
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1927.
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