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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Multivolume work

Identifikator:
1896404200
Document type:
Multivolume work
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1896404294
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236881
Document type:
Volume
Title:
Encyklopädie der Rechtswissenschaft
Volume count:
Bd. 2
Place of publication:
Leipzig [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot [u.a.]
Year of publication:
1904
Scope:
1184 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Öffentliches Recht
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft
  • Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)
  • Title page
  • Contents
  • II. Zivilrecht (Fortsetzung)
  • III. Strafrecht
  • IV. Öffentliches Recht
  • Namen- und Sachregister

Full text

180 IV. ffentliches Recht. 
die Kgiserwürde und durch eine starke mittel- und kleinstaatliche Klientel gehaltenen Ein— 
fluß Osterreichs auf die deutschen Dinge möglichst erfolgreich die Wage zu halten (Fürsten— 
bund Friedrichs d. Gr. von 17885). 
Die ersten beiden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts bringen den Untergang des 
alten Reichs, Leid und Druck der Fremdherrschaft, den Befreiungskrieg. Die Fremd— 
herrschaft: furchtbare Lehrjahre nationalen Empfindens und Wollens, der Befreiungskrieg: 
rine erste Probe nationalen Könnens. Wer lernte, wer erprobt ward, war das deutsche 
Volk und der preußische Staat. Das Volk — erst nur die besten seiner Gebildeten, 
dann immer weitere Kreise, — wird jetzt endlich zum politischem Nationalbewußtsein er⸗ 
zogen, damit tritt der Einheitsdrang des Volkes als ein neuer Faktor in das Getriebe der 
nationalen Staatsentwicklung ein. Den preußischen Staat aber weist die Begrenzung, 
welche die Verträge von 1815 ihm gaben, gleichsam gebieterisch auf seinen deutschen Beruf 
Jin. Freundliche Mächte waren es nicht, denen Preußen auf dem Wiener Kongreß sich 
fügen mußte, die ihm die vom äußersten Osten bis zum fernsten Westen deutschen Landes 
sich streckende, aber schmale, zerrissene Gestalt, die langen, schwer zu verteidigenden Grenzen 
gaben. Dennoch: — Übles wollend, haben diese Mächte wider Willen nationale Arbeit ver— 
richtet, Gutes geschafft. Einmal nahmen sie Preußen undeutschen — polnischen — 
Besitz und gaben ihm dafür deutschen; damit war der Staat Friedrichs des Großen „wieder 
in Deutschland hineingewachsen“, — ein schroffer Gegensatz zu der österreichischen Monarchie 
mit ihrer zu drei Vierteilen nichtdeutschen Bevoͤlkerung und ihrer denationalisierten 
Dynastie. Sodann: die Grenzen von 1815 haben Preußen gezwungen, im Interesse 
seiner eigenen Landesverteidigung zugleich ganz Norddeutschland zu schirmen gegen An— 
griffe von Westen, Osten, Norden; sie haben diesen Staat auch sonst vor die ganz un— 
partikularistische, nationale Aufgabe gestellt, die stärksten territorialen und landsmann— 
schaftlichen Gegensätze zu überwinden, welche in Deutschland überhaupt bestehen. So war 
Preußen der einzige Staat, welcher, sich selbst nur lebend, gesamtdeutsch sein konnte, sein 
mußte: was Preußen gewann, kam Deutschland zu gute uͤnd die Tatsache, daß Preußen 
die Pflichten der nationalen Gesamtheit auf sich nahm, mußte, nicht sowohl nach der 
Gerechtigkeit, als nach der Notwendigkeit politischen Werdens schließlich doch einmal mit 
dem Gewinn der Vorherrschaft, der Führerschaft zum Ziel der nationalen Einheit sich bezahlt 
machen. Und so ist es gekommen: nachdem zwischen den Trägern des deutschen Dualismus, 
Preußen und Osterreich, das Schwert entschieden hat, ist das außerösterreichische Deutsch⸗ 
land, durch einmütiges Zusammenwirken aller deutschen Partikularstaaten unter Preußens 
Führung, gestützt auf das Nationalgefühl des gaänzen Volkes, im Reiche neu geeint 
worden. In einem gewaltigen, tausendjährigen Staatsbildungsprozeß ist so das Ürteil 
gefunden worden, gefunden und gesprochen nach alter deutscher Art durch Führer und 
Volk. Eines langen Weges Endziel ist erreicht; das Endziel heißt: Bundesstaat. 
Es ist die nationale Staatseinheit in bündischen Formen, die Einheit, in welcher der 
nationale und der partikulare Staatsgedanke, Gemeinsamkeit und Besonderheit, die 
großen Gegensätze deutscher Vergangenheit sich versöhnend zusammenfinden! 
z5. Die deutschen Staatenbünde des 19. Jahrhunderts. 1. Die Auflösung 
des alten Reiches und der Rheinbund!. 
Das Zeitalter der beiden deutschen Staatenbünde, des Rheinbundes und des 
Deutschen Bundes, reicht vom Untergang des alten Reiches, 1806, bis zu der Zer⸗ 
sprengung des Deutschen Bundes und den unmittelbar an letzteren Vorgang sich an⸗— 
reihenden kriegerischen Ereignissen von 1866, welche die Gründung des Norddeutschen 
Bundes [1867] und damit die Neugestaltung Deutschlands auf der heutigen, bundes— 
staatlichen Grundlage vorbereiteten. Es handelt sich also um eine Zeitstrecke von 
ie pusser, Deutjche Geschichte II 680 ff., I, v. Treitschke, Deutsche Geschichte J 331ff. 
Die Arkunden bei Gv — orp. iur. confoed. —— Die Rheinbundakle auch bei 
Binding, Deutsche Staaisgrundgesehe, Heft 8.
	        

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Encyklopädie Der Rechtswissenschaft. Duncker & Humblot [u.a.], 1904.
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