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Geburtenrückgang u. Sozialreform

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Bibliographic data

Object: Geburtenrückgang u. Sozialreform

Monograph

Identifikator:
834011689
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85682
Document type:
Monograph
Author:
Jung, Karl Emil http://d-nb.info/gnd/117659711
Title:
Lexikon der Handelsgeographie
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verl. des Bibliogr. Inst.
Year of publication:
1882
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 563 S)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Geburtenrückgang u. Sozialreform
  • Title page
  • Contents

Full text

C. Gründe des Geburtenrüdganges 29 
iteigender BZinsfuß, mangelndes Kapitalangebot, fehlende Arbeitskräfte 
‚waren nicht geeignet, Vertrauen und Anfporn zum Bau neuer Wohnungen 
zu bieten. Mit dem Zurücfluten der Manufdhaft aus dem Felde wird 
jedoch die Notgroß werden. Mit Rückehr des Mannes wird in 
den zahlreihen Fällen, wo die Frau zur Erjparnis der Miete und der 
Saushaltungsfojten mit den Eltern oder fonftigen Verwandten während 
der Kriegszeit zufjammenwohnte, der jelbjtändige Haushalt wieder auf- 
genommen. Manche Familien werden wegen Tod oder mindern Einkoni- 
mens des Mannes gezwungen fein, fih mit einer Neinern Wohnung zu 
begnügen. Neue Familien („Kriegstrauungen“) find und werden ge- 
gründet. So wird namentlich die Nachfrage nach Kleintwohnungen feige 
ımd das Angebot bald überholen. 
Mit der Wohnungsnot parallel geht die Dienftbotennot. Bor 
dem Kriege beftand ein Mangel an Dienftboten, und jo war e8 bei reicher 
Rinderichar oft jehr fchwer, überhaupt Dienjtboten zu erhalten. Sünftiger 
itehen die Familien, die mehrere Dienftboten in Teilung der Dienite für 
Rinderpflege, Küche, Wälche 11m. einftellen fönnen. Am JHlimmiten find 
bie Frauen geltellt, die felbjt nicht voll leiftungsfähig ind und auch nicht 
die Mittel befiken, durch höbern Lohn eine vollgültige dienftlidhe Hilfe 
zu gewinnen. Sobald nach Einkehr des Friedens die Nachfrage nach 
Arbeitern wieder fteiaen wird, wird auch die Dienitbotennot wieder 
machten. 
Endlidh find es oft auch die Urhbeitsbedingungen, die der 
Eheichließung und SGeburtenvermehrung entgegenftehen. So befteht 
namentlid inı Handwerk noch vielfach die Sitte, daß der Sefelle beim 
Meilter Wohnung und Kojt erhält, mährend der bare Verdienit nur gering 
it und für die Unterhaltung einer Familie nicht ausreicht. In manden 
Handwerksbetrieben it auch die {tete Anwefjenheit und Bereitjdhaft des 
Sehilfen in Haufe des Arbeitgebers für Borarbeiten, für GHilfsdienjte 
beim Verkauf ujw. befonderS ermünfcht, 3. B. in Bäckereien und Kondi- 
:oreien, Meggereien, Gärtnereien. 
(& ift befannt und bei den Erhebungen des Beirats für Arbeitsitatijtif über die 
Arbeitszeit in Bücdereien au zahlenmäßig feitgeltellt, daß e& wenig ältere Väder- 
gefellen gibt. Die Gehilfen in den Mädereien, in denen der Keinbetrieb noch weit 
vorherricht, find eben geztvungen, wenn fie Heiraten wollen und es nicht zur Selb: 
tändigteit gebracht Haben, in andere BefghHäftigungen überzugehen. So finden fıe 
vielfach als Kutfher und Schaffner bei den Straßenbahnen Stellung. Bezüglich 
der Brivatgärtnereien murde gelegentlich einer Erhebung in Preußen (1906) feiltaeltellt, 
da 68 Brozent der Gehilfen im Wohnzwang bei den Arbeitgebern (tanden 
Ähnlich liegen die Verhältnijfe in der Landwirtfhaft, namentlich bei 
fleinbäuerlichen Betrieben, daß Falt nur unverheiratete Anechte oder jüngere 
Soziale Rrar:8” 1916, Nr. 44
	        

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Bankpolitik. Verlag von J.C.B. Mohr (Paul Siebeck), 1915.
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