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Der Weltverkehr und seine Mittel

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Bibliographic data

fullscreen: Der Weltverkehr und seine Mittel

Monograph

Identifikator:
862226767
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-44950
Document type:
Monograph
Author:
Hochstetter, Franz http://d-nb.info/gnd/1018825304
Title:
Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1905
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Der Weltverkehr und seine Mittel
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Die geschichtliche Entwicklung des Verkehrswesens
  • Landstraßen
  • Die Eisenbahnen
  • Brücken und Viadukte
  • Wasserstraßen
  • Schiffbau
  • Posten und Postwesen
  • Entwicklung der Welttelegraphie
  • Die Weltwirtschaft
  • Die Fortschritte des Weltverkehrs seit 1900
  • Index

Full text

880 
Die^Weltwirtschaft. 
Gewerbe hört dadurch auf, ausschließlich für den Absatz im Orte selbst zu erzeugen, und 
verliert seinen unmittelbaren Zusammenhang mit dem Verbrauch. Während früher jeder 
Hand- und Lohnwerker für eine Mehrzahl von Konsumenten arbeitete, arbeitet jetzt eine 
Mehrzahl von Gewerbetreibenden für einen Händler, der den weiteren Vertrieb der Ware 
an den Verbraucher vermittelt. Die Erzeuger geraten dadurch allmählich in immer 
tiefere Abhängigkeit von dem Händler, sie werden seine Arbeiter, und er wird ihr Ver 
leger, das ist ein kaufmännischer Unternehmer, der eine Vielzahl von Arbeitern außer 
halb seiner Betriebsstätte in ihren eigenen Wohnungen oder Werkstätten beschäftigt. Ein 
neues Betriebssystem ist entstanden, das Verlagssystem, das nicht mehr auf dem 
lokalen, sondern auf dem nationalen und internationalen Markt begründet 
ist. Die alten Formen der gewerblichen Thätigkeit, das Handwerk, das Lohnwerk, der 
Hausfleiß, der Überschüsse für den Verkauf produziert, bleiben dabei äußerlich zunächst 
unverändert, sie verlieren nur die unmittelbare Berührung mit dem Verbraucher ihrer 
eigenen Erzeugnisse. Der Absatz ihrer Waren wird durch den Verleger im großen 
organisiert. Später schritt dann der kaufmännische Verleger dazu, Hausindustrie an 
zusetzen, d. h. die Landbevölkerung einzelner Orte zu gewerblicher Arbeit bestimmter Art 
abzurichten und sie in gleicher Weise zu beschäftigen, wie die in Abhängigkeit geratenen 
Handwerker der Städte. Ans diese Weise, durch das Herabdrücken des zünftigen Gewerbe 
treibenden zum abhängigen Arbeiter oder durch die Verpflanzung gewerblicher Thätigkeit 
auf das flache Land, entstanden zahlreiche Hausindustrien, die zum Teil heute noch vor 
handen, zum Teil in den Fabrikbetrieb übergegangen sind; als Beispiele seien nur erwähnt 
die Tuchmacherei und die Seidenweberei in den rheinischen Städten, die Leinenweberei in 
Schlesien, die Erzeugung von Eisen- und Stahlwaren in Remscheid, Solingen und Schmal 
kalden, die Spielwarenindustrie des Thüringerwaldes, die Spitzenindnstrie des Erzgebirges, 
die Erzeugung von Glasschmuck und Perlen in der Gablonzer Gegend und viele andere. 
Tiefer in die gewerblichen Verhältnisse greift die zweite neuentstehende Be 
triebsform ein, die Fabrik. Sie steckte zu den Zeiten des Merkantilismus noch in 
den Kinderschuhen, wogegen der Verlag sich bis in die mittelalterlichen Handelsstädte 
zurückverfolgen läßt. Eine überragende Stellung erringt sie erst im Zeitalter des Dampfes 
und der Maschinen. Während beim Verlag das Kapital sich bloß des Vertriebes der 
Produkte bemächtigt, ergreift es bei der Fabrik den ganzen Hergang der Erzeugung. 
Es unterwirft sich hier nicht bestehende Formen gewerblicher Thätigkeit, sondern schafft 
eine neue. Die Fabrik vereinigt sämtliche Arbeiter, die sie beschäftigt, in einer Betriebs 
stätte, die mit allen Hilfsmitteln der Technik ausgestattet ist. Die ganze Arbeit wird in 
eine Reihe einfachster, aufeinanderfolgender Verrichtungen zerlegt, und hierdurch die Be 
schäftigung von Menschenkräften verschiedenster Art, von gelernten und ungelernten 
Arbeitern, von Männern, Frauen und Kindern, von Hand- und Kopfarbeit einerseits, 
die umfassende Verwendung maschineller Hilfsmittel anderseits ermöglicht, die Pro 
duktivität der Arbeit bis aufs äußerste gesteigert. Die Anwendung der mechanischen 
Kräfte des Wassers, des Dampfes und der Elektrizität in jenem weiten Umfange, wie dies 
heute geschieht, wurde erst durch die Fabrik mit ihrer Arbeitsteilung möglich. Diese 
weitgehende Arbeitszerlegung bringt ferner mit sich die Notwendigkeit des Groß 
betriebes, das bedeutende Kapitalerfordernis und endlich die wirtschaftliche 
Unselbständigkeit des Arbeiters. 
Schon das Auftreten des Verlags, die Lösung des unmittelbaren Verhältnisses 
zwischen Erzeuger und Verbraucher und die Entstehung von Handwerksbetrieben mit 
größerer Gehilfenzahl, beraubte den Gesellen in zunehmendem Maße der Aussicht, dereinst 
selbständiger Unternehmer zu werden. Für den Arbeiter in der Fabrik besteht diese 
Möglichkeit in der Regel überhaupt -nicht mehr. Nur besonders Begabte und vom Glück 
Begünstigte vermögen den Weg aufwärts zu nehmen. Die Beschäftigung als ge 
werblicher Arbeiter hört auf, für die Masse eine Zwischenstufe im Lebensgang zu 
sein, sie wird zum Lebensberuf, und damit entsteht eine neue Berufsklasse, der 
gewerbliche Arbeiterstand. Dies bringt eine tiefgehende Umwälzung in der Auf
	        

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Der Weltverkehr Und Seine Mittel. Verlag von Otto Spamer, 1913.
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