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Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

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Bibliographic data

fullscreen: Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Monograph

Identifikator:
885239911
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-6094
Document type:
Monograph
Author:
Respondek, Erwin http://d-nb.info/gnd/119085046
Title:
Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 203 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Die Notenbank
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege
  • Title page
  • Contents
  • I. Moratorien
  • II. Die Notenbank
  • III. Die Pariser Börse
  • IV. Die Kreditinstitute

Full text

Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft. 
55 
Konsumtivgüter sein. So können die Noten auch nicht aus dem Ver 
kehr verschwinden, sondern bleiben im Besitz der Produzenten. So 
lange nun diese Noten aufbewahrt werden, haben sie auf die Inlands 
preisbildung keinen Einfluß, da sie ihren schädlichen Einfluß vom Tresor 
aus, in dem sie aufbewahrt sind, nicht ausüben können. In dem Augen 
blick aber, wo die Notenhingabe über das Maß der Thesaurierungskraft 
und den Thesaurierungswillen der einzelnen Besitzer hinausgeht, bleiben 
die Noten im Verkehr. Hierzu kommt, daß trotz einer Übersättigung 
des Verkehrs und der anhaltenden Notenausgabe die Losung ausgegeben 
wurde: heraus mit den Noten aus den häuslichen Notenschatzspeichern. 
Dieser Ruf wurde erhört und die losgelösten Noten flössen in den Ver 
kehr. Nunmehr drangen die Noten aus zwei Quellen und begannen 
vereint ihren verhängnisvollen Einfluß auf die Preise und weiterhin 
auf die Währung auszuüben. Es entspricht aber nicht vollkommen der 
Wirklichkeit, wollte man diese Beeinflussung von Preis und Währung 
allein auf die Mahnungen der leitenden Organe, die thesaurierten Noten 
herauszubringen, zurückführen und sie ihnen belasten 1 ). Einmal mußte 
der Zeitpunkt kommen, an dem die Privatwirtschaften ihre Noten ab 
stoßen würden, gleichgültig ob eine öffentliche Anregung diesen Vorgang 
begleitete oder nicht. Denn die Produzenten und Händler können die 
empfangenen Noten nicht ewig in ihrem Portefeuille aufbewahren, 
vielmehr müssen sie hiervon ihren eigenen Aufwand bestreiten, Löhne, 
Gehälter ihrer Angestellten zahlen, Rohstoffe und Produktionsmittel 
jeder Art kaufen und so die empfangenen Noten dennoch einmal in Um 
lauf setzen. Diese Dezentralisation ruft in den Volksschichten allmählich 
eine gesteigerte Kaufkraft hervor, einen Uberschuß an Geldmitteln. 
Hieraus resultiert eine Wertverminderung des Geldes, die zunächst 
in einer Erhöhung der Warenpreise ihren Ausdruck finden muß. 
Es würde verfrüht sein, schon jetzt ein abschließendes Urteil über 
die ausschlaggebende Ursache der Preissteigerung der inländischen 
Waren zu fällen, vor allem zu entscheiden, inwieweit die einen oder 
anderen Faktoren überwiegen. Jedoch ist heute ohne Fehlschluß die 
Meinung zu vertreten, daß sowohl die gezeichneten wirtschaftlichen 
Verhältnisse, als auch die starke Notenemission ihre Einflüsse geltend 
gemacht und zu preissteigernden Wirkungen geführt haben. 
Das Problem der Währung liegt noch auf einem zweiten Gebiete: 
auf dem der weltwirtschaftlichen Beziehungen Frankreichs, dem 
internationalen Markte, auf dem der Wert aller nationalen Tausch- und 
Geldmittel steten Schwankungen ausgesetzt ist. Als äußerer Wertmaßstab 
für die Kaufkraft des französischen Franken dient die Devise. Minder 
wert oder höherer Wert der Währung finden an der Höhe des Kurses 
der Devise in Beziehung auf den Paristand ihren sichtbaren Ausdruck. Dem 
Sinken des Devisenkurses kommt eine Verschlechterung des Geldwertes und 
dem Steigen die Überwertung des Geldes gegenüber anderen Geld 
systemen gleich. Auf diese Vorgänge am internationalen Devisenmärkte 
') Lansburgh, a. a. O. S. 701.
	        

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Die Social-Demokratie. Steinkopf, 1875.
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