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Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

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Bibliographic data

fullscreen: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Monograph

Identifikator:
895603128
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-10120
Document type:
Monograph
Author:
Merck, Klemens http://d-nb.info/gnd/1064962637
Title:
Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
Edition:
Sechste, völlig neu bearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 555 Seiten)
Digitisation:
2017
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
B
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe
  • Title page
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z
  • Index

Full text

f 
Borsten 
64 
Bouillonwürfelersatz 
beschau verboten, und auch für die übrigen 
Nahrungsmittel darf sie wegen ihrer Schädlich 
keit nicht benutzt werden. Von Salzen der Bor 
säuren finden vor allem Verwendung: Borax 
(s. d.), borsaures Manganoxydul (Mangan- 
borat, lat- Manganum boracicum, frz. Borate de 
mangan&se, engl. Borate of manganese), ein 
weißes, in Wasser unlösliches Pulver, das zur 
Herstellung von Firnis benutzt wird, und bor 
saures Chromoxyd, Pannetiers Grün, als eine 
unschädliche grüne Farbe. 
Borsten (Schweinsborsten, frz. Soies de 
porc„ poils, engl. Hogs bristles) sind die steifen 
und elastischen Haare des Schweines, die für 
viele technische Zwecke, namentlich die Bürsten- 
und Pinselfabrikation, höchste Bedeutung haben 
und, wenigstens in ihrer besten Sorte, den vom 
Rücken und Nacken stammenden Kammbor 
sten, durch kein anderes Material ersetzt wer 
den können. Für die Güte der Borsten sind die 
Rasse der Tiere und das Klima des Ursprungs 
landes entscheidend. Besonders geschätzt sind 
diejenigen des Wildschweins, danach die B. 
zahmer Schweine aus den nördlichen und öst 
lichen Ländern, während südlichere Gegenden 
nur weichere B. von geringerem Werte liefern, 
Die stärksten, längsten und spannkräftigsten B. 
kommen aus Rußland und Polen sowie Ru 
mänien. Auch die norddeutsche und ungarische 
Ware ist noch als mittelgut zu bezeichnen, hin 
gegen sind Frankreich, Amerika und besonders 
England, das seine alten Landschweine durch 
neue, fast nackte Züchtungen ersetzt hat, auf 
die Einfuhr, z. T. über den deutschen Markt, 
angewiesen. Große Mengen, wenngleich weni 
ger guter B. werden aus China und Ostindien 
eingeführt. Ein großer Teil der meist in ge 
waltige Fässer verpackten Ware geht über die 
Leipziger Messe. Wesentlich für den Wert der 
B. ist das sorgfältige Sortieren, das nach ver 
schiedenen Gesichtspunkten erfolgt und u. a. 
eine Trennung in zahme und wilde, Winter- 
und Sommer-, lebende und tote Ware, d.h. 
B. von geschlachteten oder von gefallenen 
Schweinen, bezweckt. Von im Winter geschlach 
teten Tieren erzielt man kernigere B. als im 
Sommer, kalt ausgeraufte sind besser als durch 
Abbrühen oder Kalkbeize losgelöste Haare. Da 
neben verläuft eine Trennung der einzelnen 
Haarsorten, indem der Aufkäufer, der vom 
Fleischer den ganzen Hautbesatz, übernimmt, 
zunächst durch Kämmen das Wollhaar abson 
dert und den Rest nach der Farbe und jede 
Farbe für sich wieder in drei Sorten scheidet. 
Eine gründlichere Reinigung und Sortierung nach 
Länge und Kürze, Steifheit und Weiche nimmt 
der Bürstenfabrikant selbst vor. Die Reinigung 
erfolgt durch Waschen mit heißer Alaunlösung 
oder Seife, daran schließt sich meist eine Blei 
chung durch Sonnenlicht oder schweflige Säure, 
bei der besonders die russischen Borsten schöne 
Weiße und hohen Glanz annehmen, ohne an 
Elastizität einzubüßen. Vielfach werden die 
weißen B. für manche Luxuswaren auch wohl 
gelb oder rot gefärbt, während bei den miß 
farbigen und scheckigen nur eine Veredelung 
durch Schwarzfärben möglich ist. Am teuersten 
sind rein weiße, danach gute schwarze B., wäh 
rend rote, braune u. a. als melierte zusammen 
gefaßt werden. Mit dem Reinigen, Zurichten 
und Sortieren befassen sich namentlich in Bres 
lau, Frankfurt a. O., Hamburg, Nürnberg, Wien 
zahlreiche Fabriken. Die B. kommen entweder 
nur oberflächlich gereinigt und sortiert als sog. 
Rauhborsten, oder aber zugerichtet als Schu 
ster-, Bürstenbinder-, Pinselbonsten teils 
in Schachteln, teils in Paketen in den Handel. 
— Die ebenfalls als eine Art verwachsener 
Borsten anzusehenden Stacheln des Stachel 
schweins (Hystrix cristata) werden als f^tahl- 
federhalter benutzt. 
Botano, ein wertloses Geheimmittel gegen 
Harnsäure, besteht aus getrockneten Bohnen 
schalen. 
Botanybaiholz (Ochsenfleischholz, frz.Bois 
de Botanybay, engl. Boeuf-wood). Diesen Na 
men führen i. ein aus Australien in Scheiten 
und Brettern zu uns kommendes; von verschie- 
denenKasuarineen abstammendes Holz; 2. ein 
aus Ostindien kommendes, von der Legumi- 
nose Dalbergia latifolia abstammendes, an 
fangs blaues, später tiefschwarz werdendes Holz 
(ostindisches Rosenholz, engl. Black-wood). 
Das letztere führt also den Namen B. mit Un 
recht. Beide werden zu feinen Tischler- und 
Drechslerarbeiten benutzt. — Botanybaiharz 
s. Akaroidharz. 
Bougies, kleine zylindrische Stäbchen aus 
biegsamem Material, welche mit einer Schicht 
von Gelatine oder Kakaofett unter Zusatz medi 
kamentöser Stoffe überzogen sind. 
Bouillonwürfel (Fleischbrühwürfel, Brüh 
würfel) sind in Würfelform gebrachte Mischun 
gen von Fleischextrakt oder eingedickter Fleisch 
brühe, tierischen Fetten, Suppenwürzen, Ge 
müseauszügen, Gewürzen und Kochsalz, welche 
beim Auflösen in Wasser ein der Fleischbrühe 
ähnliches Getränk (Suppe) geben. Der Gehalt 
an Kochsalz darf 65 0/0 nicht übersteigen, der 
Gehalt an Stickstoff muß mindestens 3 o/ 0) der 
jenige an Fleischextrakt mindestens 7,5 o/ 0 (mit 
o,4S % Kreatinin) betragen. Die letztere Zahl 
ist wegen des im Kriege herrschenden Man 
gels an Fleischextrakt reichlich niedrig gewählt 
und nach Eintritt normaler Verhältnisse auf 10 
bis 150/0 zu erhöhen. Zusätze von Zucker, 
Mehl, Pflanzenfett gelten als Verfälschung, Das 
Normalgewicht des Würfels ist zu 4 g festge 
setzt worden. Bouillonkapseln, Bouillon 
tafeln usw. nannte man früher ähnlich zu 
sammengesetzte, aber anders geformte Erzeug 
nisse, die • jetzt kaum noch in den Handel 
kommen. 
Bouillonwürfelersatz nennt man den Bouillon 
würfeln ähnliche Erzeugnisse, welche statt des 
Fleischextraktes (s. d.) ein Ersatzmittel des letz 
teren enthalten. Um den ungeheuren Schwindel, 
welcher von inländischen und ausländischen, 
besonders dänischen, Fabrikanten mit angeb 
lichem B. betrieben wurde, entgegentreten zu 
können, hat der Bundesrat am 25. X. 1917 die 
Vorschrift aufgestellt, daß der Kochsalzgehalt 
30 0/0 nicht überschreiten, der Gehalt an Stick 
stoff aber mindestens 2 0/0 betragen soll. Auch 
mit Phantasienamen belegte Würfel müssen die 
sen Anforderungen entsprechen. Suppenwür 
fel (s. d.).
	        

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Merck’s Warenlexikon Für Handel, Industrie Und Gewerbe. G.A. Gloeckner, Verlag für Handelswissenschaft, 1919.
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