Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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In Großbetrieben erfolgt die Verrechnung der Reparaturkosten 
durch eine besondere Rechnungsführung (vgl. S. 147). 
Die laufenden alljährlich wiederkehrenden Ausgaben für Re 
paraturen und solche an unerheblichen Dingen werden regelmäßig 
als Jahresverluste angesehen, mit einem besonderen Kostenkonto, 
z. B. Konto für Reparaturen und Instandhaltung, verrechnet, und 
dieses mit Gewinn- und Verlustkonto abgeschlossen. Sie bilden Be 
triebskosten und sind bei der Kalkulation durch Lohnzuschläge zu 
decken. 
Da bei der Bemessung der Abschreibungsquote die infolge von 
Reparaturen sich ergebende Verlängerung der Gebrauchsdauer be 
reits zu berücksichtigen ist, so sollen diese Kosten nicht dem Werte 
des betreffenden Gegenstandes zugerechnet werden. Sie sind als 
Betriebskosten anzusehen. Reparaturen, die wert erhöhend 
wirken, d. h. Verbesserungen und Erweiterungen von Anlagen (Neu-, 
Um- und Zubauten) sind hinsichtlich ihrer Kosten dem Erwerbspreis 
zuzuzählen und dem betreffenden Vermögensbestandskonto zu be 
lasten. Bei vielen Aktiengesellschaften werden allerdings auch solche 
werterhöhende Verbesserungen über Gewinn- und Verlustkonto oder 
Erneuerungsfondskonto abgebucht und auf diese Weise sofort amor 
tisiert. 
B. Die Betriebsunkosten in der Spezialkalkulation. 
§ 40. Während die Unkostenverrechnung jeder 
einzelnen Betriebsabteilung, Werkstätte etc. einen gerechten An 
teil an den allgemeinen Unkosten zuteilen soll, hat die Kalku 
lation im engeren Sinne die Aufgabe, den Anteil eines Fabrikates, 
eines Artikels an den allgemeinen Unkosten zu bestimmen. (§ 7.) 
Im allgemeinen hat die Kalkulation, wie früher erörtert wurde, 
den Zweck, den Produktionswert und die Selbstkosten eines Fabrikates 
zu ermitteln. Diese setzen sich bekanntlich zusammen aus den 
Grundkosten (Rohstoffkosten, Lohnaufwendungen, besondere 
Ausgaben für das F'äbrikat) und den Zusatz- oder E r g ä n zungs 
kosten, d. i. der Anteil an allgemeinen Unkosten des Betriebes, 
der Verwaltung und des Absatzes. Soweit es sich um Massen 
fabrikation (z. B. chemische Industrie, Müllerei, Brennereien, also 
Produktionen, wo die wertschaffende Arbeit im Produkt weniger 
erkennbar ist) handelt, ist die Berechnung der genannten Faktoren 
verhältnismäßig einfach: Die Summe der Aufw r endungen wird durch 
die Produktionsmenge dividiert. Der Kontrolle wegen werden die 
Selbstkosten allmonatlich oder doch vierteljährlich berechnet, und 
mit dem Herstellungspreis der vorhergehenden Betriebsperioden, bzw. 
mit dem Durchschnittspreis des Vorjahres verglichen. Das Wichtigste 
ist hier Detailierung der Kostenverrechnung. (§ 7.)
	        
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