Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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gegebene, je nach den Kosten der Betriebe, wo ihre Bereitstellung für 
die Konsumtion erfolgt. Schär kommt nun auf Grund seiner Unter 
suchungen zu folgenden Ergebnissen: 
a) Sechs Betriebe arbeiten mit Ueberschüssen, sechs mit Defiziten,-2) der 
beste Betrieb ergibt 25,7o/ 0 Ueberschnß, der schlechteste zeigt 2,5«/o Verlust. 
b) Die sechs guten Betriebe würden zu einer Konsumdividende von 
10,21 o/o reichen, die sechs Verlustbetriebe nur zu einer Dividende von 5,79 «/o. 
c) Würde der A. C. V. * 24 25 26 ) nur Waren 2 ^) vertreiben, so könnte er eine 
Dividende von 13,16«/o austeilen; die Bäckerei allein 10,87«/„. Wein und Bier 
allein 20,4«/o. 
d) Wer nur Milch bezieht, sollte nur 3«/° Konsumdividende erhalten; 
die Schuhkäufer nur 4,2«/»; die Fleischkonsumenten nur 6,5«/»; die Gemüse- 
konsumenteu sollten noch 2,72«/o zulegen. 
e) Wer nur Wein bezieht, hat 16,8°/o des Ueberschusses an die Minus 
geschäfte abzutreten, der Warenbezieher 5,7°/°, der Brotkonsument 3,2°/o. 
f) Wer nur Fleisch kauft, erhält in der Dividende 1,7«/», der Schuh 
käufer 4,23o/o, der Milchkäufer 5,5«/», der Gemüsekäufer 11 «/o zuviel. 
Schär fügt hinzu, daß man den Einwand machen könnte, ein Aus 
gleich fände insofern statt, als das treue Mitglied ja alle Artikel vom 
A. C. SS. beziehe und den Fehlbetrag von dem einen Artikel als Ueber- 
schuß von dem anderen wieder empfange. Nun gibt es aber gerade 
im Basler Verein, wie auch Schär selbst erwähnt, Mitglieder, die 
nur einen Artikel, nämlich Milch beziehen. Für sie würde das also 
nicht zutreffen. Einen größeren Ausgleich zu schaffen, wäre wohl am 
Platze. 
Es taucht hier die Frage auf, ob es den Konsumvereinen über 
haupt heute schon allgemein möglich ist, ihre Verteilungsgüter anstatt 
zum lokalen Tagespreise zu einem auf richtiger Kalkulation 
gewonnenen Preise abzugeben. Eigentlich würde es sich für eine 
Konsumgenossenschaft geziemen, jeden Artikel, nicht allein wie oben ge 
zeigt jede Gütergattung, einer sorgfältigen Kalkulation zu unterwerfen, 
damit nicht der eine Entnehmer gegenüber dem andern benachteiligt 
würde. Denn die ortsüblichen Tagespreise im Kleinhandel, zu denen 
man heute im Konsumverein die Bedarfsartikel abgibt, sind zum Teil 
ein Produkt der Preisdrückerei, zum Teil bewußter Hochhaltung der 
Preise und anderer Gründe, niemals aber liegt ihnen eine genaue 
Kalkulation zugrunde. 2 ^) Lexis sagt darüber: „Es handelt sich für 
-3) Unter Ueberschnß und Defizit versteht Schär hier das, was den zur 
Auszahlung gelangenden Satz von 8°/o übersteigt, bzw. was darunter bleibt.. 
24 ) Allgemeine Consum-Verein. 
25 ) Darunter sind die Güter des allgemeinen Geschäfts zu verstehen. 
26 ) Vgl. auch: Kramer, Kleinhandel und Konsumvereine, besonders 
in Württemberg S. 59 ff.
	        
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