Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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was  man  für  die  verschiedenen  Bedarfsgütersorten  hat,  auch  für  verschiedene ­
  Verteilungsstellen  durchführen  lassen?
Ganz  unbekannt  ist  eine  verschiedene  Behandlung  der  Mitglieder
in  bezug  auf  die  Preise  auch  heute  nicht.  In  sechs  Fällen  konnte  ich
eine  Ungleichheit  der  Preise  konstatieren:
1.  Preisverschiedenheit  bei  Abnahme  der  Bedarfsgüter  vom
Lager  und  bei  Lieferung  ins  Haus,  z.  B.  bei  Milch  in  Basel.
2.  Preisverschiedenheit  bei  H  a  us  l  ieser  ung  e  n  je  nach  der
Entfernung,  wie  wir  es  an  anderer  Stelle  beim  Breslauer  Konsum-Verein
  veranschaulicht  finden.
3.  Preisverschiedenheit  infolge  Verschiedenheit  der  zu
liefernden  Quantitäten  desselben  Artikels,  z.  B.  bei  Mehl
und  Kartoffeln.
4.  Preisverschiedenheit  infolge  Ueberbleibens  eines  Restes  in
einer  Verteilungsstelle,  nachdem  andere  Abgabestellen  schon  von  einem
neu  angekommenen  Verteilungsgut  zu  anderen  Preisen  erhalten  haben.
Allerdings  darf  es  sich  hierbei  nur  um  ganz  kurze  Zeiträume  handeln,
da  die  Mitglieder  sonst  sehr  bald  reklamieren.
5.  Preisverschicdenheit  bei  Artikeln,  die  den  Vertcilungsstcllen
direkt  geliefert  werden,  und  wo  ein  Lieferant  den  Bedarf  aller
Verteilungsstellen  nicht  decken  kann  oder  dies  nicht  beabsichtigt  ist.
Beispiel:  Obst,  Kartoffeln  am  Anfang  der  Saison.
6.  Preisverschiedenheit  bei  Verteilungsgütern,  die  der  Abgabestelle ­
  direkt  geliefert  werden  und  für  die  ein  Lieferantenkartell  je  nach
der  Bestrittenheit  des  Absatzgebiets  oder  wegen  der  bei
den  verschiedenen  Entfernungen  wechselnden  Höhe  der
Transportkosten  verschiedene  Preise  festgesetzt  hat.  Beispiel:  Petroleum. ­
  Der  Konsumverein  Ludwigshafen  hat  dementsprechend  in  seiner
Abgabestelle  in  Neustadt  a.  d.  Haardt  einen  anderen  Preis  für  Petroleum ­
  als  in  den  sonstigen  Verteilungsstellen.^)
In  sämtlichen  Fällen  ist  eine  Preisverschiedenheit  infolge  Verschiedenheit ­
  der  Kosten  zu  konstatieren.  Etwas  Anderes  würde  die
ungleiche  Rückvergütung  der  einzelnen  Verteilungsstellen  auch  nicht
bedeuten.  Ich  bemerke  noch,  daß  die  obigen  Fälle  nicht  alle  gleichzeitig ­
  in  einem  Verein  auftreten,  selbst  wenn  die  Vorbedingungen

S5 )  Nachträglich  wird  mir  bekannt,  daß  auch  einzelne  Vereine  in  einigen
ihrer  Abgabestellen  eine  von  den  anderen  Verteilungsstellen  allgemein  abweichende ­
  Preisstellung  haben,  was  eine  Annäherung  an  das  oben  dargestellte
System  der  verschiedenen  Rückvergütung  bedeutet.
            
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