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Ein Studierender der Mannheimer Hochschule, der von einer Reise
zwecks Besichtigung der deutschen Warenhäuser vor kurzem zurückkehrte,
urteilt sehr günstig über die geschilderte Zentralabgabestelle. Sie sei
ihm unter allen Warenhäusern als besonders geschmackvoll gehalten
aufgefallen. Vor allen Dingen habe ihm die Räumlichkeit im
Leipzig-Plagwitzer „Warenhaus" imponiert und die Aufbewahrung
sämtlicher Verteilungsgüter unter Glas oder Vorhang.
Nichr immer haben die Konsumvereine solche hübschen Räume ge
habt wie heute. Von den ersten Konsumvereinen wird gesagt, daß sie
Ventilation aller Räume ist genügend gesorgt,' die Erwärmung geschieht
mittelst Radiatoren und Rippenheizrohre.
Auf dem Rückwege durch das Erdgeschoß nach dem Haupttreppenhaus
liegt rechts, kurz vor Eintritt in dasselbe, der Eingang zum Personenfahrstuhl.
Dieser führt durch fünf Geschosse, ist rnit Druckknopfsteuerung sowie den
neuesten Errungenschaften der heutigen Technik ausgestattet und für eine Be
lastung von fünf Personen eingerichtet. Inmitten sämtlicher Geschosse befinden
sich die Türen zum Lastenaufzug. Letzterer sührt durch sieben Geschosse und ist
mit einer 20-Zentner-Tragfähigkeit ausgestattet.
Die Inneneinrichtung des ersten Obergeschosses ist in Heller Rüster aus
geführt. Die Regale und sonstigen Verkaufseinrichtungen sind dem Raume
sachgemäß angepaßt. Als Fußbodenbelag wurde grünlich gemustertes Lino
leum gewählt. Die Wände sind in Hellen Tönen gehalten, während die
Decken einfach weiß erscheinen.
Im zweiten Obergeschoß ist wiederum Eichenholz für die Inneneinrich
tung gewählt worden, jedoch etwas dunkler als im Erdgeschoß.
Einen schönen Schmuck bilden die Füllungen in Hellem Vogelahorn mit
schwarzen Umrahmungen. Eine geschmackvolle und sachgemäße Anordnung
der Regale und sonstigen Jnventargegenstände ist auch hier wieder vor sich
gegangen. Im übrigen gleicht das zweite Obergeschoß ganz dem ersten, und
ist hier nur noch ein Raum für Damenputz vorgesehen.
Im dritten Obergeschoß, dem Verkaufslokal der Wirtschaftsgegenstände,
ist dunkle Eiche zum Möbel verwendet worden.
Hier im dritten Obergeschoß befindet sich der Erfrischungsraum mit der
Küche. Er bildet mit seinen vornehmen und doch einfach gehaltenen Möbel
stücken einen freundlichen Aufenthaltsraum für erfrischungsuchende Mitglieder
nebst ihren Angehörigen. Der Erfrtschungsraum ist durch eine Portiere in
Künstlerleinen vom Verkaufsraum abgetrennt.
Längs des Erfrischungsraumes bietet im Sommer den Mitgliedern und
Familienangehörigen ein Balkon von 16 Meter Länge und 2 Meter Breite
Platz. Eine Markise schützt vor Sonne und Regen, so daß auch hier für
einen recht angenehmen Aufenthalt gesorgt ist.
Die Dachgeschosse dienen zu Niederlagszwecken.
Der Hof ist übersichtlich angeordnet: in ihm befindet sich eine Schienen
anlage von der Straße bis auf den Lastenfahrstuhl. Die Frachtstücke werden
mittelst kleiner Loren direkt von der Straße auf den Lastenfahrstuhl befördert
und dann von diesem aus nach den einzelnen Geschossen verteilt.