Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

Der  Konsumverein  hat  dem  Umstand,  daß  soviele  Kinder  Güter
entnehmen,  dadurch  Rechnung  getragen,  daß  er  dem  Verteilungspersonal ­
  empfiehlt,  bei  Kindern  besondere  Obacht  darauf  zu  haben,
daß  ihnen  die  gewünschten  Bedarfsartikel  direkt  übermittelt  und  nicht
erst  auf  den  Ladentisch  gelegt  werden.  Kinder  müssen  besonders  sorgfältig ­
  bedient  werden,  so  lautet  die  Bestimmung  in  manchen  Vereinen. ­
  Anderseits  aber  bittet  man  die  Eltern,  zu  kleine  Kinder  nicht
zu  schicken.  Viele  unliebsame  Reklamationen  würden  dadurch  vermieden ­
  werden.
X.  Die  Verteilung  der  Hauslieferungsgüter.
Anschließend  an  die  Usancen  des  erwerbsmäßigen  Warenvertriebs ­
  ist  man  auch  in  der  konsumgenossenschaftlichen  Güterverteilung ­
  zur  Hauslieferung  bestimmter  Artikel  übergegangen.  Dagegen
kennt  man  die  Hauslieferung  für  alle  Warensorten  nur  in  einzelnen
Vereinen,  und  auch  da  nur,  wenn  der  für  Hauslieferungen  festgesetzte
Minimalbetrag  von  vielleicht  10  M.  erreicht  wird.  Das  ist  besonders
in  den  Vereinen  der  Fall,  die  auch  viele  bürgerliche  Elemente  zu
ihren  Mitgliedern  zählen.
Als  eigentliche  Hauslieferungsartikel  kommen  in  Frage:  Milch,
Bäckereiprodukte,  Brennmaterialien,  Kartoffeln
und  Getränke.  Der  Allgemeine  Konsumverein  in  Basel  kennt
auch  die  Hauslieferung  für  P  e  t  r  o  l  e  u  m.  Die  Gründe,  die  zur
Hauslieferung  führen  können,  sind  ganz  verschieden.  Bei  Milch  und
Bäckereiprodukten  handelt  es  sich  um  Gegenstände  des  täglichen ­
  Bedarfs,  die  sich  nicht  gut  konservieren  lassen  und  die  man  jeden
Tag  frisch  bezieht.  Diese  Regelmäßigkeit  des  Bedarfs  war  für  Bäcker
und  Milchhändler  verlockend  genug,  die  Bedarfsdeckung  durch  Haus--lieferung
  vorzunehmen.  Anderseits  war  es  die  Bequemlichkeit  der
Konsumenten,  die  zur  Hauslieferung  der  beiden  Produkte  führte.  Zu
der  Zeit,  wo  man  Milch  und  Brötchen  nötig  hat,  ist  die  Hausfrau
in  der  Regel  noch  nicht  in  Toilette.  Bei  Milch  kommt  der  besondere
Umstand  hinzu,  daß  dieses  Produkt  von  außen  in  die  Stadt  eingeführt ­
  wird.  Der  ursprüngliche  Lieferant  —  so  ist  es  vielfach  auch
heute  noch  —  war  der  Urproduzent,  also  der  Milch  bau  er,  dessen  Berufsnamen ­
  man  vielfach  auf  den  Milch  Händler  übertragen  hat.
Der  Milchbauer  aber  hatte  kein  Domizil  in  der  Stadt,  weshalb  er
mittels  Handkarren  oder  Wagen  seine  Kundschaft  mit  Milch  versorgte. ­
  Sicherlich  ist  das  für  Milch  der  ursprüngliche  Grund  der
Hauslieferung  gewesen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.