Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

16

III.  Die  deutschen  konsumgenossenschaftlichen  Zentralorganisationen. ­

Die  Konsumgenossenschaften  stehen  heute  nicht  mehr  isoliert  da.
Sie  haben  sich  zusammengeschlossen  zu  Regionalverbänden,  diese
wieder  zu  Nationalverbänden.  Es  ist  nötig,  daß  ich  hier  kurz  auf
die  konsumgenossenschaftlichen  Zentralorganisationen  eingehe,  da  ihre
Kenntnis  für  das  Verständnis  dieser  Arbeit  notwendig  ist,  die  ich
aber  nicht  als  allgemein  bekannt  voraussetzen  darf.
Wir  haben  zwei  spezifisch  konsumgenossenschaftliche  Reichsverbände ­
  in  Deutschland  zu  unterscheiden:
1.  den  „Zentralverband  deutscher  Konsumvereine"  in  Hamburg ­
  und
2.  den  „Reichsverband  deutscher  Konsumvereine"  in  K  ö  l  n-M
  ü  l  h  e  i  m?)
Außerdem  besteht  noch  ein  dritter  Reichsverband,  welchem  konsumgenossenschaftliche ­
  Organisationen  angeschlossen  sind:  der  „Allgemeine ­
  Verband  der  deutschen  Erwerbs-  und  Wirtschaftsgenossenschaften". ­
  Dieser  Verband  ist  aber  in  der  Hauptsache  eine  Zentralorganisation ­
  deutscher  Produzentengenosseuschaften.  Es  bedarf  denn
auch  eigentlich  kaum  der  Erwähnung,  daß  die  Konsumentengenossenschaften ­
  mit  ihrer  grundsätzlichen  Tendenz  in  diesem  Verbände,  dessen
große  Bedeutung  auf  einem  ganz  anderen  Gebiete  liegt,  keine
geeignete  Vertretung  finden?»)  Im  Gegenteil,  sie  werden  in  ihrer
folgerichtigen  Weiterentwicklung  gehemmt.  Weshalb  die  Vereine  —
es  handelt  sich  meist  um  kleinere  Organisationen  —  trotzdem  im
„Allgemeinen  Verbände"  bleiben,  ist  kaum  verständlich.  Vielleicht
ist  es  die  geringe  Zuneigung  zum  sogenannten  „sozialdemokratischen"
Zentralverbande,  der  sie  von  einem  Uebertritt  zu  diesem  Verbände
abhält.  Es  ist  aber  anzunehmen,  daß  der  Austritt  aus  dem  „Alli)

  Neben  diesen  konsumgenossenschaftlichen  Reichsorganisationen  besteht
noch  ein  kleiner  Verband  im  Elsaß,  der  „Verband  elsässische.  r  Konsumvereine", ­
  den  ich  der  Vollständigkeit  halber  erwähne.  Der  Verband
umfaßte  Ende  1913  45  Vereine  mit  reichlich  9000  Mitgliedern  und  etwas  mehr
als  4  Millionen  Mark  Umsatz.
*a)  Den  Begriffen  der  Produzenten-  und  Konsumentengenossenschaft  liegt
als  Kriterium  zugrunde,  ob  diejenigen,  „welche  sich  zu  einer  Genossenschaft  zusammenschließen, ­
  dies  in  ihrer  Eigenschaft  als  Produzenten  oder  als  Konsumenten ­
  tun,  mit  anderen  Worten,  ob  sie  durch  Gründung  der  Genossenschaft
ihre  wirtschaftliche  Lage  als  Produzenten  oder  als  Konsumenten  verbessern
wollen".  (Eduard  Jacob:  Volkswirtschaftliche  Theorie  der  Genossenschaften
(Tübinger  staatswissensch.  Abhandlungen),  Stuttgart  1913  S.  186.)
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.