Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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eine  vor.  Etwaige  Bestellungen  notiert  er  hinter  den  Namen  der
Vereine.  Letztere  sind  auf  den  Bestellzetteln  verzeichnet.
Es  wird  natürlich  nicht  blindlings  darauf  losbestellt,  sondern  die
Einkäufer  der  Konsumvereine  haben  die  Offerten  der  Konkurrenz  mitgebracht ­
  und  vergleichen  nun  Muster  und  Preise  mit  denjenigen  der
Großeinkaufsgesellschaft.  Meist  wird  der  Einkaufsleiter  noch  besonders ­
  beauftragt,  Konkurrenzofferten  der  in  Frage  kommenden  Waren
einzuholen.  Auf  dem  Einkaufstage  liest  er  dann  die  Offerten  vor
oder  er  stellt  sie  tabellarisch  zusammen,  läßt  sie  vervielfältigen  und
dann  zirkulieren.  Die  Vertreter  der  Konkurrenzfirmen  werden  persönlich ­
  zu  den  Einkaufstagen  nicht  zugelassen.  Nur  die  dem  Zentralverbande
  angeschlossenen  Produktivgenossenschaften  und  die  Berlagsgesellschaft
  deutscher  Konsumvereine  haben  zuweilen  Vertreter  auf
den  Einkaufstagen.  In  früheren  Jahren  wurden  auch  andere  Firmen
zugelassen.  Heute  dagegen  ist  die  Verbindung  zwischen  der  G.  E.  G.
und  ihren  Arbeitnehmern  eine  so  innige,  daß  man-  Fremde  nicht
mehr  zuläßt.  Dagegen  kommt  es  vor,  daß  die  Vertreter  der  Konkurrenzfirmen ­
  den  Einkaufstag  benutzen,  um  mit  den  anwesenden  Einkäufern ­
  der  Konsumvereine  privatim  zu  verhandeln  und  vielleicht
mit  einigen  von  ihnen  in  einem  Restaurant  zusammentreffen.
Das  Vergleichen  der  Muster  geschieht  sehr  gewissenhaft.  Man
geht  in  der  Feststellung  der  Qualität  so  weit,  daß  man  z.  B.  Bohnen
kochen  läßt  und  sie  dann  zum  Probieren  im  Kreise  herumreicht.  Ist
die  Konkurrenz  günstiger,  so  wird  der  Vertreter  der  G.  E.  G.
darauf  aufmerksam  gemacht;  dies  kann  z.  B.  bei  Seife  vorkommen.
Die  G.  E.  G.  hat  eine  Seifenfabrik  in  Sachsen,  deren  Produktionskosten ­
  aber  ziemlich  hoch  sind.  Das  ist  darauf  zurückzuführen,  daß
die  G.  E.  G.  nicht  nur  als  Produzent  mustergültig  dastehen  will,
sondern  auch  als  Arbeitgeber.  Sie  bezahlt  Löhne,  die  bis  zu  20  o/o
höher  sind  als  in  Erwerbsbetrieben,  und  ihre  sozialen  Einrichtungen
stehen  einzig  da.  So  kommt  es,  daß  sie  bei  Lieferungen,  die  mit  großen ­
  Transportkosten  verbunden  sind,  wie  z.  B.  nachSüdwcstdeutschland,
  kaum  noch  zu  konkurrieren  vermag.  Es  kommt  noch  hinzu,
daß  ihre  Ware  in  der  Qualität  besser  sein  soll  als  die  der  Konkurrenz,
was  aber  der  Konsument  leider  nicht  immer  einsieht  oder  infolge
seiner  geringen  Warenkenntnisse  nicht  immer  zu  beurteilen  imstande ­
  ift. 26a )
Auf  den  Einkaufstagen  bringt  man  derartige  Dinge  vor.  Ferner
ist,  was  ich  nebenbei  bemerke,  auf  den  Generalversammlungen  der
26 a)  Vielleicht  spielen  auch  noch  andere  Gründe  mit,  die  mir  unbekannt
geblieben  sind.
            
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