Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Halts,  daß  jene  Kollektiveigentum,  diese  Privateigentum  sind.  Am  deutlichsten ­
  tritt  das  hier  aufgeworfene  Problem  in  Erscheinung,  wo  es
sich  um  Güter  handelt,  die  aus  den  Eigenproduktionsbetrieben ­
  der  vereinigten  Konsumenten  hervorgegangen  sind.  Nehmen  wir
das  Beispiel  der  Bäckerei.  Es  besteht  kein  Unterschied  darin,  ob  eine
Familienwirtschaft  einen  Kuchen  bäckt,  um  ihn  dann  selbst  zu  verzehren, ­
  oder  ob  eine  Anzahl  Konsumenten  sich  zusammenschließen  und
eine  bestimmte  Quantität  Brot  für  ihren  eigenen  Gebrauch  Herstellen.
In  deni  einen  Falle  so  gut  wie  in  dem  anderen  handelt  es  sich  um
Eigenproduktion  von  Bedarfsgütern,  die  in  derselben  Wirtschaft,  wo
sie  produziert  sind,  auch  konsumiert  werden.  Daß  die  große  Wirtschaft
der  Konsumgenossenschaft  wieder  in  viele  einzelne  Hauswirtschaften
zerfällt,  ändert  daran  nichts.  Man  wird  also  hier  nicht  von  Backwaren ­
  sprechen  können,  sondern  nur  von  Bäckereierzeugnissen. ­
  Ebenso  kann  man  nicht  sagen  „F  l  e  i  s  ch  w  a  r  e  n",  sondern ­
  nur  einfach  Fleisch  oder  Fleischereiprodukte  u.  dgl.
Diejenigen,  die  ihren  Bedarf  in  der  gemeinsamen  Vorratskammer
decken,  kann  man  dementsprechend  auch  nicht  Käufer  von  Waren,
sondern  nur  Entnehmer  von  Bedarfsgütern  nennen.  Das
Einkäufen  besorgt  ja  der  beauftragte  Vertrauensmann.  Der  einzelne
Konsument  entnimmt  nur,  was  jener  für  ihn  gekauft  hat.  Wo
es  keine  Käufer  gibt,  gibt  es  aber  auch  keine  Verkäufer,  sondern
nur  Ausgeber,  Abgeber,  Verteiler  von  Bedarfsgütern.
Unberechtigt  sind  also  die  Ausdrücke  Verkäufer,  Verkäuferin,
V  e  r  k  a  u  f  s  l  e  h  r  l  i  n  g  e,  V  e  r  k  a  u  f  s  l  e  h  r  m  ä  d  ch  e  n,  die  in  den
Konsumvereinen  auch  lernende  Verkäuferinnen  genannt  werden.  Ebenso ­
  gibt  es  keine  Kunden  in  Konsumvereinen,  sondern  nur  Mitglieder ­
  und  Genossen.
Der  Ort,  wo  die  Verteilung  stattfindet,  ist  die  Abgab  e-,  A  u  sgäbe-
  oder  Verteilungsstelle.  Leider  spricht  man  in  der
Praxis  sehr  häufig  noch  von  Verkaufsstellen;  auch  das  Wort
Vertriebs  st  ekle  ist  vielfach  üblich,  obwohl  es  sich  doch  um  keinen
Vertrieb  von  Waren  an  beliebige  Konsumenten  handelt,  sondern
um  ein  Verteilen  von  Bedarfsgütern  an  eine  zahlenmäßig
feststehende  Konsumentengruppe.
Man  braucht  auch  die  Worte  Laden,  Geschäft  und  Ges
  ch  ä  f  t  s  st  e  l  l  e  für  konsumgenossenschaftliche  Verteilungsstellen.  Dagegen ­
  läßt  sich  an  sich  nichts  einwenden;  diese  Ausdrücke  bringen
aber  nicht  das  Unterschiedliche  zwischen  Erwerb  und  organisiertem
Konsum  zum  Ausdruck  und  deshalb  würde  man  vielleicht  besser  darauf
verzichten.  Es  wäre  aber  die  Möglichkeit  gegeben,  zu  sagen  „Ab-
            
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