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und der Spedition, soweit eine solche z. T. weniger als früher, wo
sie stapelmäfsig erzwungen wurde, in Frage kam, und im blofsen
Detailverkehr ersichtlich macht. 1 )
Der Import ins Binnenland war aber in der in Rede stehenden
Zeit weitaus die Hauptsache, was in den Statistiken mit einem
grofsen MifsVerhältnis zu Tage tritt. In Bremen macht sich das
in besonders hohem Mafse bemerkbar, weil ihm ein eigentliches
industrielles Hinterland fehlt, obgleich das ber gische Land seine
Erzeugnisse zu einem grofsen Teil über Bremen exportierte, während
es Rohstoffe über den Rhein bezog. Die damals noch in Frage
kommende Getreideausfuhr ging als schweres billiges Gut über die
Weser, auch Leinen, damals der wichtigste deutsche Exportartikel,
ging zu einem Teil über die Weser. Dagegen holte Bremen auch
wieder einen grofsen Teil Leinen aus Schlesien per Fuhre, wohin
gar kein Import war, neben seinem engeren Gebiet der Bielefelder,
*) Hauptspeditionsplätze in Hannover waren Harburg, Lüneburg, Hannover,
Celle, Hildesheim, Northeim, Münden, Osnabrück, Nordhorn, Leer, Halte,
Fr. v. Reden, Das Königreich Hannover, statistisch beschrieben, II. Abt.
Hannover 1839, S. 341.
Besonders wichtig sind die beiden Speditionsplätze Harburg und Lüneburg
durch die fast der ganze linkselbische Verkehr geht. Der Fuhrverkehr, der an
Hamburg kommt, ist nur ein Bruchteil. Der gröfste Teil des Hamburger
Verkehrs ist zunächst immer erst der Schiffsverkehr über die Elbe, wenn auch
eine alte Landverbindung über Zollenspieker nach Lüneburg bestand, die aber
erst spät chaussiert worden ist; die französische Strafse über die Insel Wilhelms
burg, die an die Davoustsche Brücke anschlols, ist erst 1862 wiederhergestellt
und dann mit einem festen Pflaster versehen worden. Zugleich wurden 1853
die neueren beiden Fähren, die auch die schweren Frachtwagen einnehmen
konnten, eingerichtet (H. M eiding er, Die deutschen Ströme,JII. Abt,, Leipzig 1854,
S. 31, II. Meyer, Die Brückenbauten Napoleons I. zwischen Hamburg und
Harburg, Niedersachsen, Jabrg. 1896/97, S. 234; Hannovers Seeschifffahrt, I. Heft
Harburg-Geestemünde, Leer 1853, S. 27 ff.); die zu den Eisenbahnbrücken
hinzugekommene heutige Strafsenbrücke ist bekanntlich neuesten Datums. Bremen
hatte keine derartigen Speditionsorte in der Nähe; Hannover wurde benutzt,
wenn Frachtfuhrleute aus dem Oberland ihre Waren vor Bremen abgeben wollten
(Bremer Staatsarchiv 1825), und bei Abstofsung für kleinere Orte, in Nord
horn war der Umschlag von Leipzig, Bremen etc. nach Holland. — Zu den
älteren Speditions- und Handelsverhältnissen vgl. namentlich Patje, Kurzer
Abrifs des Fabriken-, Gewerbe- und Handlungs-Zustandes in den Chur-Braun-
schweigisch-Lüneburgischen Landen, Göttingen 1796, S. 229 ff. Die hannoverschen
Städte des achtzehnten Jahrhunderts waren mit Ausnahme der Speditionsstädte
Lüneburg und Münden, die am Ende des achtzehnten Jahrhunderts auf der
Höhe ihres Speditionsverkehrs standen, und der Fabrikstadt Osterode, in erster
Linie Ackerbau-, Beamten- und Garnisonstädte. Danach treten im neunzehnten
Jahrhundert bedeutende Verschiebungen ein.