126
.Die Herrschaft des Wortes“,
jener Worte, sobald sie von Haus aus die Stichworte nationalökonomischer
Erörterung bedeuten!
Von dem Eindrücke aus, daß mit den Eingeborenen Fachausdrücken
schlecht und recht wirkliche Dinge hergezählt seien, wäre zweifellos nur
Ein Schritt dazu, dem Wirklichen auf die Spur zu gehen, das von jenen
Worten vertreten scheint. Aber verkennen wir die Bedingungen
nicht, an denen dieser Eindruck hängt. Es kommt hierfür in Betracht,
daß jene Worte aus dem grünen Leben stammen. Dort werden sie
überaus oft verwendet, und stets im blindesten und unerschüttertsten
Vertrauen darauf, daß sich die Sprechenden bei diesen Worten richtig
verstehen. Mit ihrer und ihresgleichen Hilfe finden wir uns in der
Wirklichkeit zurecht, die uns alltäglich umgibt. Dieser Dienst nun und
jenes Vertrauen, sie erklären zusammen den Eindruck, den jedermann
empfangen muß, dem jene Worte ein erstes Mal vorgehalten werden,
unvermittelt herausgehoben aus der verwimmelnden Menge aller Worte,
aus dem Dunkel der Sprache.
So hängt jener Eindruck an zwei Bedingungen. Erstens an der
Gewohnheit, diese Worte in der vollsten Harmlosigkeit zu gebrauchen;
so harmlos, wie eben nur das außerwissenschaftliche Denken mit seinen
Worten umgeht; selbst mit jenen, von denen es den unablässigsten
Gebrauch macht, die für gewisse seiner Bezirke gleichsam seine Leib
worte sind. Zweite Bedingung ist aber das Vorhalten jener Worte.
Jener Eindruck kann also offenbar nur dort praktisch werden, wo
Nationalökonom und Laie aufeinanderstoßen. Der Eine als der Träger
jener Gewohnheit; der Andere wieder in der Lage, diese Worte im
Zusammenhang vorzuhalten. Wie könnte aber ein Eindruck maß
gebend für die Anfänge der Nationalökonomie sein, der nur auf der
Grundlage ihrer späteren Entwicklung entstehen kann 1 Denn was
bringt den Nationalökonomen in jene Lage? Doch nur die ganze
Entwicklung des nationalökonomischen Denkens, wie sie inzwischen
sich vollzogen hat. So, wie es nach seiner allgemeinen Möglichkeit
schon verfochten wurde, muß sich der Zusammenhalt unter jenen
Worten bereits zur Geltung gebracht haben, die Nationalökonomie
muß ihre Eingeborenen Fachausdrücke schon duldend entdeckt haben:
dann erst wird jenes Vorhalten dieser Worte möglich, an dem der
fragliche Eindruck hängt. Man sieht, hier ist Grund und Folge schon
gar verwechselt.
Anmerkung. Diese Ausführungen kämpfen wirklich nicht gegen
Windmühlen. Es war einem Vorurteil zu wehren, dessen Natur auch schon
erkennen läßt, weshalb unser Denken just gegen dieses Vorurteil so wenig