III. Sparkassen für jugendliche Arbeiter.
1. Die Spareinrichtung der Bergischen Stahlindustrie.
Von Geh. Kommerzienrat Moritz Böker, Remscheid.
Ich will kurz über die Erfahrungen einer bestimmten
Fabriksparkasse sprechen, und zwar handelt es sich um
die Spareinrichtung meiner Firma, der Bergischen
Stahlindustrie in Remscheid, die am 1. Oktober 1887
ins Leben trat, mithin eine mehr als 25 jährige Wirksamkeit
hat, so daß es berechtigt erscheinen dürfte, die
Ergebnisse derselben hier anzuführen.
Die Veranlassung zur Einrichtung der Sparkasse war
seinerzeit meine Wahrnehmung, daß recht viele Arbeiter
Wechselverbindlichkeiten eingegangen waren, wodurch sie
häufig in Verlegenheit kamen und dann meine Hilfe in
Anspruch nahmen. Diese Verbindlichkeiten waren vielfach
entstanden bei der Heirat. Da in jener Zeit die
Abzahlungsgeschäfte noch nicht so entwickelt waren wie
heute, wurde der nötige Hausrat, wenn geheiratet werden
mußte und die Barmittel fehlten, gegen Wechsel gekauft,
worauf Abzahlungen vereinbart wurden. Konnten dieselben
nicht eingehalten werden, dann mußten die Wechsel
prolongiert werden, was natürlich Geld kostete. Was
schließlich ein Arbeiter auf diese Weise für die gemachten
Anschaffungen bezahlt hatte, konnte man gar nicht feststellen.
Dieselben Geschäfte wiederholten sich bei späterem
Bedarf im Haushalte. Bei den heutigen Abzahlungsgeschäften
spielt sich die Sache für den Arbeiter gleich
ungünstig ab.
Zunächst um diesem Übelstand abzuhelfen, sodann um
den Sparsinn zu fördern und schließlich auch um dem