Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Schmiedeiserne  Schienen.

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ihr  die  Zahl  der  Schienenverbindungen  —  Schienenstöße  —  auf  1 j i  der  Zahl  bei  gußeisernen ­
  Schienen  sank,  was  das  Fahren  ganz  wesentlich  verbesserte  und  Schienen  wie
Räder  mehr  schonte.
Trotzdem  hatte  G.  Stephenson,  wie  schon  erwähnt,  nur  mit  Mühe  die  Verwendung ­
  der  Walzschiene  durchsetzen  können.  Die  Erfahrung  gab  ihm  sehr  bald  recht,
und  die  von  ihm  erbaute,  im  Herbste  1830  eröffnete  48  km  lange  Liverpool-Manchester ­
  Bahn  erhielt  einen  vollständig  schmiedeisernen  Schienenstrang. ­
  Die  Abb.  108  u.  109  veranschaulichen  das  Eigentümliche  dieses
Gleisbaues:  diagonal  gelegte  Steinwürfel,  auf  denen  die  gußeisernen
Stühle  mittels  Holzdübel  und  Bolzen  befestigt  sind,  während  die  4,57  in
langen  Schienen  in  den  Stühlen  durch  schmiedeiserne  Keile  festgehalten  shmvs  gewalkte
werden.  Auf  Dämmen  und  in  nachgiebigem  Gelände  waren  die  Stein-  itnt*  1820  *
unterlagen  durch  eichene  Querschwellen  ersetzt,  um  die  gleichmäßige  Höhenlage ­
  beider  Schienen  zu  sichern.  Das  Schienengewicht  war  auf  17,3  kg  für  das  laufende
Meter  erhöht,  während  auf  der  Stockton-Darlington  Bahn  nur  13,g  kg/m  schwere
Schienen  lagen.  Die  Fischbauchfvrm  von  Stuhl  zu  Stuhl  war  übrigens  bei  diesen
langen  Schienen  verfehlt,  denn  sie  setzt  die  gleiche  Höhenlage  aller  eine  Schiene  stützenden
Stühle  voraus.  Diese  Bedingung  läßt  sich  aber  in  der  Praxis,  zumal  bei  den  Steinros.

  Kchmicbeiserne  Fisehbaurhsthienc  der  Liverpool-Manchester  Eisenbahn,  1830.

würfeln,  dauernd  nie  erreichen,  ein  Verbiegen  der  Schienen  ist  die  Folge.  Bei  den
nur  von  Stuhl  zu  Stuhl  reichenden  gußeisernen  Schienen  war  die  Fischbauchform  ganz
am  Platze.
Die  Fischbauch-Pilzschiene,  welche  auch  auf  der  ersten  europäischen  Festlandbahn
Brüssel-Mecheln,  verlegt  worden  >var,  wurde  denn  auch  bald  verdrängt  durch  die  Pilzschiene ­
  von  gleichbleibender
Höhe,  deren  Unterkante  jedoch ­
  zur  Verstärkung  ihrer
Widerstandsfähigkeit  und
zum  Schutze  gegen  Herausheben ­
  der  Schienen  aus  den
Stühlen  mit  einer  Verdickung ­
  oder  auch  zwecks
besserer  Befestigung  in  den
Schienenstühlen  mit  beiderseits ­
  des  Steges  angewalzten
Leisten  versehen  waren.
Diese  Schienen  bedurften
keiner  Handarbeit  mehr,
ivaren  daher  weit  billiger.  109.  Snljiciuuutcg  dev  Liverpool  -  Manchester  Eisenbahn,  1830-Sie
  wurden  auf  der
ersten  deutschen  Eisenbahn  von  Nürnberg  nach  Fürth  verlegt  und  zwar  ganz  nach  Art
des  oben  geschilderten  Oberbaues  der  Abb.  108,  nur  mit  dem  Unterschied,  daß  in  Abständen ­
  von  300  bayrischen  Fuß  =  87,6  m  eine  2  m  lange  Steinquerschwelle  von
stärkerem  Querschnitt  nach  Abb.  111  unter  dem  Schienenstöße  eingebettet  wurde.  Die
Schienenlänge  betrug  15  bayerische  Fuß  —  4,38  m.  Die  Schienen  waren  in  gußeisernen,
IX  19
            
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