Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

Die ältesten Transportmittel. 7 
Gestaltung des Weges war und ist abhängig von dem auf demselben benutzten Transport 
mittel. Solange der Mensch sein eigenes Lasttier ist, genügen schmale Pfade, wie wir 
sie heute zu diesem Zwecke in Afrika noch zahlreich in Benutzung finden. Die Ausnutzung 
der Tiere zum Tragen und nach Erfindung geeigneter Vorrichtungen zum Ziehen der Lasten, 
als deren älteste die Schleifen und Schlitten (siehe Abb. 41 Band VIII) zu nennen sind, 
hatte nach und nach eine weitergehende Ausbildung des Landweges im Gefolge. 
Zu den ältesten Transportvorrichtungen gehörten neben den Schlitten und Schleifen, 
auf welch letzteren die alten Völker manche ihrer großen Bildsäulen transportierten, die 
rohgezimmerten zweirädrigen Karren mit Scheibenrädern und ohne eiserne Radreifen. 
2. Mer KoiscrkllinU irr Chin». 
Die Römer benutzten zum Landtransport neben dem Maultiere, welchem die Waren 
aufgeladen wurden, Wagen mit einem, zwei oder vier Rädern. Zum Personentransport 
dienten Sänften und Tragbetten, aus welchen man ausgestreckt lag, eine Befördernngsweise, 
die sich auch bei den Chinesen und zahlreichen anderen Völkern findet und noch heute im 
Gebrauch ist. Die zum Fortschaffen schwerer Lasten dienenden Wagen der Römer hießen 
carni8 und plaustrum. Der carrus bestand aus einer Holzplatte, die auf einer fest in 
Scheibenrädern steckenden und mit diesen sich drehenden Achse ruhte. Das plaustrum war 
diesem Wagen ähnlich, jedoch auf höheren Speichenrädern gebaut. 
Die ältesten Kulturländer Babylonien und Ägypten sind erklärlicherweise anch 
die ersten Länder, von welchen über Wegeanlagen berichtet wird. Da sich in Ägypten jedoch 
der Hauptverkehr fast ausschließlich auf dem Wasser, dem Nil, abspielte, so nahm hier die 
Herstellung von Landstraßen keinen großen Umfang an. Der ausgedehnte Handel Mesopo 
tamiens nach Westen und Osten, der durch die hochentwickelte Industrie Babylons und
	        
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