Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Vorsignale.  Weichensignale.  Signale  am  Zuge.  285
Muß  ein  Zug  auf  einer  mehrgleisigen  Bahn  ausnahmsweise  auf  dem  falschen  Gleise
fahren,  so  ist  dieses  den  Streckenbeamten  kenntlich  zu  machen:  bei  Tage  durch  eine  rote
Scheibe  vorn  an  der  Lokomotive,  bei  Dunkelheit  durch  zwei  rotgeblendete  Laternen  der
Lokomotive  (Tafel,  Abb.  14).  Trägt  die  Lokomotive  in  solchem  Falle  kein  derartiges
Merkmal,  so  hat  das  Streckeupersonal  dem  Zuge  das  Haltsignal  zu  geben.
Durch  farbige  Scheiben  und  Laternen  wird  dem  Streckenpersonale  auch  das  Eintreffen ­
  eines  ihm  nicht  schriftlich  angezeigten  Sonderzuges  zur  Kenntnis  gebracht,  desgleichen ­
  Störungen  in  der  Telegraphenleitung.  Folgt  der  Sonderzug  dem  fahrplanmäßigen
Zuge,  so  trägt  letzterer  oben  am  letzten  Wagen  eine  grüne  Scheibe  oder  eine  auch  nach
hinten  grün  leuchtende  Obcrwagenlaterne  (Tafel,  Abb.  15).  Kommt  dagegen  der  Sonderzug ­
  dem  signalisierten  Zuge  entgegen,  so  trägt  die  Lokomotive  vorn  die  grüne  Scheibe
bezw.  in  der  Dunkelheit  eine  grüne  Laterne  über  den  beiden  weißen  Laternen  (Tafel,

294.  Englische  Kignalbrückr  mit  41  Fliigelfignaien.
Abb.  16).  Ist  eine  Telegraphenleitung  in  Unordnung,  so  tragen  alle  die  betreffende  Strecke
befahrenden  Lokomotiven  während  der  Dauer  dieser  Störung  am  Tage  vorn  eine  Weiße
Scheibe  (Tafel,  Abb.  17),  das  Nachtsignal  fällt  hierfür  aus.
Jedes  Ingangsetzen  eines  Zuges  oder  einer  Lokomotive  muß  durch  einen  Pfiff  mit
der  Dampfpfeife  angezeigt  werden.  Dieses  sogenannte  Achtungssignal  ist  auch  stets
zu  geben,  wenn  die  Aufmerksamkeit  der  Zug-  oder  Bahnbewachungsbeamten  erregt  werden
soll,  wenn  Menschen  im  Gleise  bemerkt  lverden,  wenn  ein  Wärter  die  Wegschranken  zu
schließen  vergessen  hat  u.  s.  w.  Bei  Zügen  ohne  durchgehende  Bremse  muß  das  Zugpersonal ­
  durch  die  Dampfpfeife  zur  Bedienung  der  Handbremsen  aufgefordert  werden.
Drei  kurze  Pfiffe  in  schneller  Folge  bedeuten  „Bremse  anziehen".  Zwei  mäßig  lange
Töne  der  Dampfpfeife  schreiben  das  Lösen  der  Bremsen  vor.  Bei  Zügen  mit  durchgehender ­
  Bremse  kann  von  jedem  Wagenabteil  ans  in  Gefahrfällen  durch  Ziehen  am
Notsignal  ein  Halten  des  Zuges  veranlaßt  werden  (vergl.  Abschnitt  „Bremsen").  Wo
die  durchgehende  Bremse  fehlt,  stellt  die  Not-,  Signal-  oder  Zugleine  eine,  lvenn  auch
minderivertigere  Verbindung  zwischen  Zugpersonal  und  Reisenden  und  dem  Lokomotivführer ­
  her.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.