Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Verriegelung  der  Mastensignale  durch  das  Blockwerk.
arbeitende  Blockwerke  sind  nun  durch  Drahtleitung  in  einen  Stromkreis  geschaltet,  so  daß
der  von  einer  Stelle  entsandte  elektrische  Strom  gleichzeitig  auf  beide  Werke  einwirkt.
Auf  deutschen  Bahnen,  auch  in  Österreich,  Holland  und  anderen  Ländern  loird
ziemlich  allgemein  das  von  Siemens  &  Halske  1871  erfundene  Blockwerk  verwendet,
von  dem  zur  Zeit  über  50000  Blockfelder  in  Benutzung  stehen.  Ein  solches  Werk  besteht ­
  im  wesentlichen  aus  einem  gußeisernen  Kasten  mit  einem,  zwei  oder  mehreren  Elektromagneten ­
  und  einem  Magnetinduktor  oder  Stromgeber,  der  durch  eine  seitlich  sitzende
Kurbel  bethätigt  wird.  Vorn  zeigt  das  Gehäuse  so  viele  Glasfensterchen  oder  Felder,  als
Elektrvmagnete  im  Inneren  lagern.  Hinter  jedem  Fenster  ist  eine  rote  oder  weiße  Scheibe
sichtbar.  Eine  weiße  Scheibe  bedeutet:  Die  Fahrt  ist  erlaubt.  Rot  besagt:  Die  Fahrt  ist
verboten.  Jedes  Feld  gilt  für  diejenige  Fahrrichtung,  welche  durch  die  darunter  befindliche
Anschrift  und  beim  Streckenblockwerk  durch  den  angebrachten  Pfeil  kenntlich  gemacht  ist.
Jede  Fahrstrecke  wird  an  ihrem  Anfange  und  Ende  durch  je  ein  Feld  gesichert.  Beide
Felder  bilden  mit  ihrer  Leitung  die  „Blockverbindung".  Sie  sind  so  angeordnet,  daß  bei
der  Streckenblockung  beide  Felder  in  der  Grund-  oder  Ruhestellung  (der  Zugverkehr  ruht)
frei  sind,  also  weiß  zeigen.  Bei  der  Stationsblockung  dagegen  ist  auch  in  der  Ruhestellung ­
  stets  das  eine  Feld  gesperrt,  das  zugehörige  andere  frei.  Nur  ein  freies  Feld  ist
am  Blockwerk  „bedienbar",  weil  infolge  der  Bauart  seine  Blocktaste  allein  niedergedrückt
werden  kann.  Da  die  Haltstellung  der  Signale  die  Regel,  ihre  Fahrtstellung  die  Ausnahme ­
  bildet,  so  zeigen  die  Felder  des  Stationsblockwerks  in  der  Ruhestellung  „rot"
(Abb.  323),  in  der  Sperre  „weiß".  Die  beiden  Felder  einer  solchen  Blockverbindung
zeigen  also  gleiche  Farbe;  aber  das  freie  Feld  des  Stationsblockwerks  ist  rot,  während
das  freie  am  Signalblockwerk  weiß  ist.
Soll  ein  Blockwerk  bedient  werden,  so  muß  man  die  Jnduktorkurbel  k  in  Abb.  321
einigemal  drehen  und  gleichzeitig  die  Blocktaste  niederdrücken.  Dadurch  werden  von  dem
Stromgeber  1*)  elektrische  Wechselströme  in  die  Leitung  gesandt,  so  daß  beide  Elektromagnete
  E  der  die  Fahrt  sichernden  Blockfelder  I  und  II  beeinflußt  werden.  Die  Anker  IST
dieser  Magnete  werden  daher  gleichzeitig  abwechselnd  angezogen  und  abgestoßen.  Hierbei  läßt
an  dem  stromgebenden  (bedienten)  Blockwerk  (I  in  Abb.  321)  ein  kleines,  an  dem  Anker
N  sitzendes  Gesperre  M  einen  die  weiße  und  rote  Scheibe  tragenden  Zahnbogen  R  infolge
seines  Eigengewichtes  nach  abwärts  fallen  und  verwandelt  dadurch  das  weiße  Feld  in  ein
rotes,  während  an  dem  stromempfangenden  Blvckwerk  (II  in  Abb.)  R  durch  Federdruck
sich  aufwärts  bewegt  und  rot  in  weiß  umstellt.  Gleichzeitig  verriegelt  der  ein  Blockwerk
bedienende  Beamte  stets  seine  Vorrichtnug  und  gibt  das  Nachbarwerk  frei.
Wie  wird  nun  ein  Signalhebel  durch  das  Blockwerk  verriegelt?  Die  Blockwerke,
die  diesem  Zwecke  dienen,  besitzen  nach  Abb.  321  unten  in  ihrem  Gehäuse  eine  senkrechte
Sperrstange  r,  die  eine  abgefederte  Klinke  8  in  den  Ausschnitt  einer  auf  der  Drehachse
des  Stellhebels  L  sitzenden  Eisenscheibe  v  drücken  kann.  Beim  Niederpressen  der  Blocktaste
zwecks  Blockung  der  vorgelegenen  Strecke  schiebt  der  Wärter  zugleich  auch  die  Sperrstange  r
nieder.  Durch  die  vorsichgehende  Verdrehung  der  Welle  a  des  die  rote  und  weiße  Scheibe
tragenden  Zahnbogens  wird  diese  Stange  in  ihrer  Tieflage  bei  in  gesperrt  und  der  Signalhebel ­
  ourch  sie.  Erfolgt  daun  später  die  Freigabe  seitens  der  vorgelegenen  Strecke,  so
wird  durch  die  gegenteilige  Drehbewegung  jenes  Zahnbogens  die  Sperrstange  ausgelöst.
Eine  Feder  drückt  sie  nach  oben  und  hält  sie  hoch.  Der  Signalhebel  ist  wieder  frei  beweglich, ­
  und  das  Fahrsignal  kann  gegeben  werden.  Solange  dieses  gezogen  ist,  kann  aber

*)  Dieser  Stromgeber^l.856  erfunden,  besteht  aus  einer  Anzahl  von  Hufeisenmagneten  (Abb.  321),
zwischen  deren  Polen  ein  ^-förmiger  Anker  durch  die  Kurbel  K  vermittelst  eines  kleinen  Rädervorgeleges ­
  in  schnelle  Umdrehung  versetzt  wird.  In  den  Kupferdrahtwindungen  des  Ankers
werden  hierdurch  Wechselströme  erzeugt,  welche  für  den  Feldcrwechsel  der  Blockwerke  benutzt
werden,  während  sie  für  deren  Wecker  zuvor  durch  einen  Stromwender  gleich  gerichtet,  also  in
Gleichstrom  verwandelt  werden.  (Letzteres  ist  auch  der  Fall  bei  den  Stromgebcrn  der  S.  280
genannten  Läutewerke.)  Durch  Niederdrücken  der  betreffenden  Taste  wird  der  Strom  in  die  mit
dieser  verbundene  Leitung  geschickt.  Man  erspart  durch  diese  Einrichtung  die  unbequeme  Batterie
und  erzielt  jederzeit  eine  gute  Wirkung.  Sie  hat  deshalb  auch  bei  den  Block-  und  Läutewerken
allgemeine  Anwendung  gefunden.
            
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