354 Eisenbahnen: Stadtbahnen.
Häuser dieser Straße mußten unterfangen und mehrere Meter tief durch Betonmauern
neu abgestützt werden. Dieses Unterfangen der Gebäudefundamente hat viele Mühe
bereitet, namentlich in den engeren Straßen, wobei die Bauart der englischen Wohnhäuser
eine weitere Erschwernis bildete, da unter dem Bürgersteig gewöhnlich der Keller liegt.
Von einem unter dem Fahrwege angelegten Längsstollen aus wurde nach jedem Hause
ein Querstollen bis zur Kellerwand getrieben, diese durchbrochen und von der Keller
sohle aus die Gruben unterhalb des Fundamentes der Gebäudefront ausgehoben. Sie
wurden mit Beton gefüllt und schließlich die alten Mauern vorsichtig darauf abgestützt.
352. Tunnel mit Ktrin-Eisen-Nerkr.
Wasserspiegel im Dock
353. Tunnetqnrrschnitt unterhalt! der
Londoner Docks.
Alsdann ging man zum Bau des eigentlichen Tunnels über. In dieser Weise sind
z. B. die beiden Häuserreihen der Cannon Street bis zu 6 ui Tiefe unterfangen worden
(vergl. Abb. 360).
Besondere Vorsichtsmaßregeln erforderte auch das Unterfahren des Denkmals König
Wilhelms IV. Der Bahntunnel mußte gerade unter diesem 3250 Zentner schweren Bild
werke hindurchgeführt werden. Das Tunnelgewölbe erhielt eine Stärke von 1 1 / 2 in,
während die Seitenwände fast 2 in stark sind. An anderen Stellen waren Straßen-
354. Ktation Gowrr Ktrrrt.
OD
Liete-
schacht
brücken, Eisenbahnviadukte, Kirchen, Krankenhäuser, sechs- bis siebenstöckige Warenspeicher,
elfstöckige Gebäude u. s. w. zu untertunneln bezw. abzufangen. Auf der die Themse bei
Mapping in dem altberühmten Brunelschen Tunnel unterfahrenden East-Londonbahn
(vergl. Abb. 348 u. die Tafel zu S. 86) lagen an einer Stelle die Gleise 18 irr unter Erd
fläche und nur 4 ui von einem der Londoner Riesenlagerhäuser entfernt. Dessen Vorder
wand mußte bis zu 14 m unter Hochwasser abgefangen werden, was infolge des ständigen
starken Wasserandranges nicht leicht war. Die fast 7 m tiefen und 190 ni breiten Londoner
Docks werden nach Abb. 353 mittels Doppeltunnels unterfahren, um das bei voller