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Brücken und Viadukte.
Zusammenstellung einiger größerer steinerner Brückenbauwerke.
Name des Brückenbauwerks
oder des Viadukts
Größte Höhe
Größte Länge
Name des
Ingenieurs
Zeit der
Erbauung
Jndre-Viadukt
22,15
751
Fontenay
1847—1848
Viadukt von Barenttn
82,85
482,40
Locke
1844—1846
„ „ Mirville
83
524,45
1844—1845
„ „ Palu-d'Aveyres . . .
10
1250
1850
„ „ Arles
8,50
770
1847
„ „ Nimes
8
550
„ „ Greenwich
7,70
5633
„ der South-Western Eisenbahn
8
3000
„ des Dee
48
460
„ von Stockvort
32,33
546
„ „ Ratho
24,50
666
„ „ Walwyn
80,63
746,25
Cubitt
1850
„ „ Linlithgow
28,70
403,27
„ über die Tyne bei Newcastle
46
275
„ von Chirk
30,50
258
Robertson
„ „ Folkestone
32
231
„ „ Dean
33,70
144,85
Telford
1831
Göltzschthal-Biadukt
80,37
580
Wilke u. Dost
1846—1851
Elsterthal-Viadukt
69,75
260,57
Viadukt bei Görlitz
35,15
469,78
Zschopauviadukt in Sachsen....
38
291
Viadukt von Deidemühle in Sachsen
51
209,30
„ des Geulthals . .
36,70
206,48
1841—1843
„ von Heilgenborn ....
40
212
„ „ Steina
36
225
Iller-Viadukt
36
157
Lagunenviadukt von Venedig . . .
5,60
3600
Miladi
1841-1846
Viadukt von Fochen (in China) . .
49
7935
„ „ Loyang (in China) . .
—
8800
Bewegliche Brücken. Das immer dichter werdende Verkehrsnetz läßt es erklärlich
erscheinen, daß die Kreuzungspunkte von Land- und Wasserstraßen oder der letzteren mit
Eisenbahnen immer zahlreicher werden. Können die sich kreuzenden Verkehrslinien nicht
in solcher Höhe übereinander hingeführt werden, daß die auf denselben verkehrenden
Transportmittel unbehindert hindurchgeführt werden können, so wird es erforderlich, die
Brücken beweglich herzustellen, derart, daß sie beim Passieren der unter sie hinfahrenden
Fahrzeuge entfernt werden können. In erster Linie kommen hierbei Brücken in Frage,
welche Straßen oder Eisenbahnen über Wasserläufe hinwegführen. Während in früheren
Zeiten für derartige Zwecke ausschließlich die Zug- oder Klappbrücken Verwendung fanden,
ist die Zahl dieser Konstruktionen mit der fortschreitenden Entwickelung der Jngenieur-
lechnik eine sehr große geworden. Heute macht man zu diesem Zwecke Gebrauch von:
Drehbrücken, Rollbrücken, Hubbrücken und Klappbrücken. Bei der ersten Art ruht
ein Teil der Brücke, eventuell auch die ganze Brücke auf einem inmitten des Wasserlaufes
stehenden Pfeiler (Abb. 421) und ist ans diesem so angeordnet, daß sie sich um ihren
Mittelpunkt drehen kann (Abb. 422), wodurch es möglich wird, die Brückenfahrbahn
parallel zu den Ufern zu drehen, so daß die Schiffe durch den frei gewordenen Teil hin
durchfahren können. Die Drehbewegung erfolgt in den meisten Fällen mechanisch. Die
Kraft wirkt entweder auf ein Rad, das sich auf einem Zahnkranz bewegt, oder wie in der
Abb. 421 auf einen Drehzapfen. Bei den Rollbrücken wird der gleiche Zweck dadurch
erreicht, daß die Brücke derart seitwärts verschoben wird, daß eine Öffnung entsteht. Bei
den Hubbrücken wird die Brückenbahn so hoch gehoben, daß die Schiffe darunter hinweg
fahren können. Die bedeutendste Brücke dieser Art ist die Towerbrücke in London.
Abb. 423 zeigt gleichfalls eine Hubbrücke und zwar die über den Murrayfluß errichtete.
Mit Hilfe von Gegengewichten wird die Brücke in einfacher Weise gehoben, um die Schiffe
mit ihren Masten passieren zu lassen. Bei dem Senken der Brückenbahn braucht nur die
Reibung überwunden zu werden, so daß hierbei ein geringer Kraftaufwand erforderlich