Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Stein-  und  Betonbrücken.

405

der  neuesten  Zeit  auf  diesem  Gebiete  eingegangen  wird,  möge  einiger  hervorragender
steinerner  Brückenbauten  der  früheren  Jahrzehnte  gedacht  werden.  Zu  den  bedeutendsten
deutschen  Schöpfungen  dieser  Art  gehört  noch  immer  der  in  den  Jahren  1846—1851
mit  einem  Kostenaufwande  von  6  600  000  Mark  von  dem  Oberingenieur  Wilke  und
dem  Ingenieur  Dost  erbaute  Göltzschthalviadukt  (Abb.  418).  Die  Oberkante  der  auf
diesem  Brückenbauwerke  überführten  Eisenbahn  liegt  78,25  m  über  dem  Bache.  Die
Gesamtlänge  beträgt  579,so  in.  Zu  diesem  Riesenbaue  wurden  265  609  cbm  Elbsandstein
und  Quader,  86  652  cdm  Bruchstein  und  20  Millionen  Ziegel  verwandt.  1500  Arbeiter
waren  thätig,  um  das  Werk  innerhalb  fünf  Jahren  zu  vollenden.  Dieses  großartige  Bauwerk ­
  liegt  zwischen  Reichenbach  und  Plauen  auf  der  sächsisch-bayerischen  Staatseisenbahn.
Auf  derselben  Strecke  liegt  der  Viadukt  des  Elsterthales  mit  einer  größten  Höhe  von

420.  Die  pmmirbrücke  bei  Inzizkofen.

fast  70  IN  und  einer  Länge  von  261  IN.  Während  der  erstere  Viadukt  vier  Bogenreihen ­
  übereinander  besitzt,  weist  der  letztere  zwei  Etagen  mit  Bogenöffnungen  bis  zu
301/2  m  auf.
Neuerdings  hat  man  verschiedentlich  Brücken  größerer  Spannweite  in  ähnlicher
Weise  wie  eiserne  Bogenbrücken  hergestellt,  d.  h.  man  ordnet  im  Scheitel,  also  im
höchsten  Punkte  des  Gewölbes  und  an  den  beiden  Kämpfern  gelenkartige  Einlagen  oder
aber  auch  vollständige  Gelenke  an.  Der  Zweck  dieser  Konstruktionsteile  ist,  das  Entstehen ­
  von  Rissen  in  dem  Brückengewölbe  bei  dem  Ausrüsten,  d.  h.  dem  Senken  des
Lehrgerüstes,  zu  verhüten.  Als  hervorragendste  moderne  Brückenbauwerke  dieser  Art
find  zu  nennen:  Die  Lavaurbrücke  mit  einer  Spannweite  von  61,5  m,  die  steinerne
Eisenbahnbrücke  über  den  Pruth  bei  Jaremecze  in  Galizien  mit  einer  Spannweite  von
65  ui  (Abb.  419.)
Neben  Stein  findet  Stampfbeton  zu  Brückenbauten  in  neuerer  Zeit  ebenfalls ­
  eine  ausgedehnte  Verwendung,  und  die  mit  diesem  Materiale  erreichten  Spannweiten ­
  müssen  als  sehr  respektable  bezeichnet  werden.  Die  von  dem  verstorbenen
Präsidenten  von  Leibrand  in  Württemberg  hergestellten  Brücken  über  die  Donau
bei  Jnzigkofen  (Abb.  420)  und  bei  Munderkingen  besitzen  Spannweiten  von  44
resp.  50  in.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.