Metadata : 10 Jahre Rote Gewerkschafts-Internationale

5.  Der  Preis.

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um  den  Preis  seiner  Gesundheit.  Man  setzt  preis  das,  was  man  für  Erreichung
eines  Zieles  daran  wagt,  man  gibt  preis  das,  worauf  man  verzichtet,  ein  Begriff,
der  allgemein  dahin  aufgefaßt  wird,  daß  dem  Verzicht  ein  Entgelt  nicht  zu  entsprechen
braucht,  und  mit  dem  der  Nebenbegrisf  des  Leichtsinnigen,  des  Verächtlichen  oder
Gleichgültigen  verbunden  ist.
Im  Tauschverkehr  insbesondere  ist  Preis  die  Menge  von  Gütern  und  Leistungen,
die  als  Gegengabe  gegen  andere  dienen;  das  Verhältnis  ist  hierbei  ein  wechselseitiges.
Je  was  der  eine  erhält,  ist  der  Preis,  den  der  andere  entrichtet.  Werden  2  t  Weizen
gegen  40  hl  Bier  hingegeben,  so  ist  der  Preis  1  t  Weizen  gleich  20  hl  Bier  und
umgekehrt  der  Preis  von  1  hl  Bier  gleich  50  kg  Weizen.  Auf  dieser  Wechselseitigkeit ­
  beruht  es  auch,  daß  von  Preisaufgaben,  Preisarbeiten  gesprochen  werden
kann.  Es  wird  ein  Preis  (Geldsumme,  Preismedaille,  auch  nur  eine  öffentliche  Anerkennung, ­
  Belobung)  für  die  beste  Leistung,  für  eine  Schrift,  eine  Erfindung  ausgesetzt, ­
  um  den  sich  mehrere  Personen  in  einem  Preiskampfe  bewerben,  und  den  die
Preisrichter  nach  der  Preiswürdigkeit  der  Leistungen  zuerkennen.  Man  erringt  hier
im  Wettkampfe  den  Preis,  während  man  sonst  etwas  um  einen  Preis  erringt.  Dort
ist  der  Preis  das,  was  festgesetzt  ist,  die  Leistung  noch  unbestimmt,  hier  ist  das
bestimmt  gegeben,  was  man  verkaufen  will,  und  wofür  ein  Preis  zu  zahlen  ist.
Erscheint  bei  dem  Naturaltausche  ein  jeder  als  Käufer  und  gleichzeitig  als  Verkäufer, ­
  so  gestaltet  sich  das  Verhältnis  anders  in  der  sog.  Geldwirtschaft,  in  welcher
gegen  Geld  gekauft  und  verkauft  wird.  Hier  nennen  wir  ausschließlich  den  einen,
welcher  das  Geld  hingibt,  Käufer,  den  anderen,  der  es  empfängt,  Verkäufer
und  das,  was  für  Geld  gekauft  wird,  Ware.  Die  Nationalökonomie  kann,  wenn
auch  nicht  ebenso  die  Jurisprudenz,  deswegen  immerhin  auch  in  der  Geldwirtschaft
das  Verhältnis  als  ein  wechselseitiges  betrachten,  vom  Preise  der  Waren  und
Leistungen  wie  auch  von  demjenigen  der  edlen  Metalle  und  des  Geldes  sprechen.
Ist  der  Preis  eines  Hektoliters  Weizen  —  200  Jl,  so  ist  der  von  einer  Jl  oder  von
0,3584  g  Gold  =  y 2  1  Weizen.
Erscheint  uns  der  Preis  (das  Opfer),  welcher  aufzuwenden  ist,  hoch,  so  bezeichnen
wir  den  zu  erlangenden  Gegenstand  als  teuer,  im  entgegengesetzten  Falle  nennen
wir  die  Ware  billig  oder  wohlfeil,  während  eine  Unart  des  Sprachgebrauches  im
gewöhnlichen  Leben,  aber  auch  selbst  in  der  nationalökonomischen  Literatur  nicht  selten
auch  von  teueren  und  billigen  Preisen  spricht.  Die  Preise  sind  hoch  oder  niedrig,
nicht  teuer  oder  billig.
Die  Begriffe  teuer  und  billig  sind  relativer  Natur.  Eine  Ware  ist  teuerer  oder
billiger  als  andere,  teuerer  oder  billiger  zu  einer  Zeit,  an  einem  Ort  als  anderwärts,
in  einem  gegebenen  Fall  gegenüber  dem  Durchschnittspreis;  sie  ist  uns  zu  teuer,  wenn
sie  uns  den  geforderten  Preis  nicht  wert  ist.  Wir  nennen  sie  schlechthin  teuer,  wenn
der  Preis  über  dem  sonst  üblichen,  gewohnten  steht.  In  übertragenem  Sinne  spricht
man  auch  von  teueren  Jahren  und  Plätzen,  indem  man  darunter  Zeiten  und  Orte
versteht,  wo  für  gewisse  Gegenstände,  insbesondere  für  Deckung  des  Lebensbedarfs,
ungewöhnlich  viel  aufzuwenden  ist.
Kostbar  sind  uns  Gegenstände,  deren  Beschaffung  einen  hohen  Aufwand  erfordert, ­
  die  demgemäß  auch  in  der  Regel  einen  hohen  Preis  haben.  Da  man  sich
solche  Dinge  nur  beschafft,  wenn  sie  wenigstens  ihren  Preis  wert  sind,  so  versteht  man
unter  kostbaren  Dingen  auch  schlechthin  solche,  die  uns  sehr  wertvoll  sind.
Der  Beweggrund,  der  uns  zu  einem  Tausch  oder  Kauf  veranlaßt,  ist,  von
gewissen  Ausnahmen  der  Opferwilligkeit,  des  Mitleids  usw.  abgesehen,  das  Streben,
unsere  wirtschaftliche  Lage  zu  verbessern.  Wir  wollen  durch  den  Tausch  gewinnen.
Dies  aber  ist  der  Fall,  wenn  uns  der  hinzugebende  Gegenstand  weniger  wert  ist  als
derjenige,  den  wir  erlangen.  Man  darf  annehmen,  daß  im  allgemeinen  ein  solcher
            
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