Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Einleitung: Entwickelung des Verkehrswesens. 
Einführung der Eisenbahnen und besonders der Dampfschiffe hat in allen diesen Ver 
hältnissen eine vollständige Umwandlung hervorgebracht. Durch die Ausbildung der 
Dampfschiffahrt, welche durch immer zahlreicher werdende Linien eine immer größere 
Anzahl Hafenplätze miteinander in direkte Verbindung bringt, werden, wie nicht minder 
durch die ständig fortschreitende Entwickelung der Binnenschiffahrt auf Flüssen und Kanälen 
und durch das immer dichter werdende Eisenbahnnetz die Produzenten und Konsumenten 
gleichsam einander näher gebracht. 
Die großen Transportunternehmungen, die Dampferkompagnien und die Eisenbahn 
gesellschaften sind zu Verbänden zusammengetreten, so daß der Übergang von einem 
Transportmittel zu dem 
anderen auch ohne Da 
zwischentreten vonMittel- 
personen erfolgt. Der 
Verkehr zwischen den 
Produzenten und Kon 
sumenten wird, nament 
lich soweit es sich um 
Rohstoffe handelt, ein 
immer direkterer, und an 
die Stelle des Impor 
teurs tritt in einem 
immer größeren Umfange 
der Agent. Die Inte 
ressen des binnenländi 
schen Empfängers nimmt, 
soweit sie sich auf den 
Empfang der Waren an 
dem Seehandelsorte er 
strecken, der „Spedi 
teur" wahr. Dieser be 
zahlt sowohl die Waren 
fracht , wie er auch in 
Streitfällen mit der Ree 
derei den Empfänger 
vertritt. Er lagert für 
diesen gegebenenfalls in 
seinen Speichern die 
Waren, er gibt im Be 
darfsfall Vorschuß, ver 
mittelt einen etwaigen 
Verkauf oder besorgt zu 
dem gewünschten Ter 
se. Erotzrs Fleet in Hamburg. min den Transport 
an den Bestimmungsort. 
Durch diesen immer weiter fortschreitenden Umwandlungsprozeß sind die Seehäfen 
nicht mehr in demselben Umfange wie früher Verteilungsorte im Güterwelt 
verkehr, sondern Durchgangsorte. Ihre Bedeutung hat hierdurch jedoch keine Ein 
buße erlitten, im Gegenteil, ihr äußerer Umfang ist in einem bewunderungswerten Grade 
gewachsen. 
Recht zutreffend hat Bastian, der berühmte Forscher, bemerkt: „Vergleicht man die 
Häfen des griechischen und phönizischen Altertums mit denen unserer jetzigen Handels 
metropolen, Athen, Sidon, Tyrus mit Sydney, St. Francisco, Bombay, so erscheinen 
sie als ein Puppenspielzeug für die Kindheit der Geschichte in richtigen Proportionen zu 
den Dimensionen des damaligen und des jetzigen Verkehrs."
	        
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