Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

678  Schiffbau.

reichen,  daß  durch  das  entstandene  Loch  nur  ein  kleiner  Teil  des  Schiffsraumes  voll
Wasser  laufen  kann,  so  daß  das  Schiff  sich  über  Wasser  halten  läßt.  Bei  den  Schiffen
der  Kriegsmarine  hat  man  diese  Teilung  so  weit  getrieben,  daß  in  gewissem  Grade  eine
Unsinkbarkeit  erzielt  wird,  wenn  die  wasserdichten  Schotte  nur  so  weit  Öffnungen  erhalten,
daß  eine  sichere  und  schnelle  Schließung  derselben  durch  Thüren  im  Ernstfälle  gesichert
ist,  da  die  Gefahr  des  Sinkens  durch  den  Rammstoß  oder  den  Torpedoangriff  des
Gegners  sich  erheblich  steigert.  Bei  den  Fracht-  und  Schnelldampfern  der  Handelsmarine,
bei  welchen  diese  Frage  mit  Bezug  auf  die  Sicherheit  von  Schiffsbesatzung  und  Ladung
von  gleicher  Wichtigkeit  ist,  bringt  die  Vermehrung  der  wasserdichten  Schotte  den  Nachteil
mit  sich,  daß  die  Laderäume  verkleinert  werden  und  dementsprechend  sich  das  Ein-  und
Ausladen  der  Ladung  verteuert,  abgesehen  von  der  kostspieligen  Bauweise  und  der
Gewichtsvermehrung  des  Schiffsrumpfes.  Es  hat  daher  große  Schwierigkeiten,
bindende  Vorschriften  über  die  geringste  Teilung  des  Schiffskörpers  in  wasserdichte  Abteilungen ­
  zu  erlassen,  um  die  Leistungsfähigkeit  der  gewöhnlichen  Frachtdampfer  und  der
0  1  2  3  »  5  10  15  y  30  m

693  u.  694.  Guerschnitt  Lurch  Leu  SchnrllLampfrr  „Kaiser  Wilhelm  der  Große".
eisernen  Segelschiffe  nicht  zu  beeinträchtigen.  Dagegen  hat  man  für  Passagierdainpfer
auf  großen  Fahrten  wie  z.  B.  für  die  Schnelldampfer  und  Subventionsdampfer  des
Norddeutschen  Lloyd  die  Forderung  aufgestellt,  daß  die  Einteilung  in  wasserdichte
Abteilungen  derart  erfolgen  muß,  daß  die  Unsinkbarkeit  des  Schiffes  gesichert  ist,  wenn
irgend  zwei  benachbarte  Abteilungen  überflutet  werden.  Es  kennzeichnet  dies  den
ungünstigsten  Fall  einer  Kollision,  bei  welcher  gerade  ein  wasserdichtes  Schott  getroffen
ist,  so  daß  die  Räume  zu  beiden  Seiten  dieses  Schottes  volllaufen  können,  ohne  das
Schiff  manövrierunfähig  zu  machen.  Von  den  Querschotten  sind  die  an  den  Schiffsenden ­
  gelegenen  von  besonderer  Wichtigkeit,  da  dieselben  bei  Kollisionen  und  Grundberührungen, ­
  wodurch  die  Schiffsenden  am  leichtesten  beschädigt  werden,  das  Eindringen
von  Wasser  in  die  Laderäume  verhüten.  Sie  heißen  daher  auch  allgemein  Kollisionsschotte. ­
  Ferner  sind  die  Querschotte,  welche  die  Maschinen-  und  Kesselräume  von  den
Laderäumen  trennen,  von  Bedeutung.  Sämtliche  Querschotte  müssen  naturgemäß  um
ein  Beträchtliches  über  die  Wasserlinie  hinausragen,  damit  sie  auch  dann  noch  von  Wirksamkeit ­
  sind,  wenn  bei  Überflutungen  einzelner  Abteilungen  das  Schiff  wesentlich  tiefer
gesunken  ist.
Neben  der  Vermehrung  der  Sicherheit  der  Schiffe  tragen  die  wasserdichten  Schotte
auch  wesentlich  zur  Stärkung  des  Schiffsverbandes  bei,  teils  zur  Aufnahme  lokaler  Be-
            
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