Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

676  Schiffbau.

und  stählernen  Decks  bezw.  Plattformen  eine  weitere  Trennung  der  Räume  in  wasserdichte
Abteilungen  angestrebt.
Während  nun  das  Doppel-  oder  Zellensystem  mit  seinen  zahlreichen  Längsträgern
gewissermaßen  die  untere  Gurtung  des  als  Träger  gedachten  Schiffsrumpfes  bilden,  werden
im  Oberschiffe  die  Beplattungen  der  Decks  sowie  die  oberen  Plattengänge  der  Außenhaut
so  weit  verstärkt  und  derart  miteinander  verbunden,  daß  sie  als  obere  Gurtung  des  Schiffsträgers ­
  zur  Geltung  kommen.  Man  wendet  daher  auf  dem  Oberdeck  starke  Stringerplatten
oder  bei  größeren  Schiffen  vollkommen  beplattete  eiserne  Decks  an,  welche  mit  den  starken
Schergängen  der  Außenhaut  durch  schwere  durchlaufende  Stringerwinkel  verbunden  werden.
Die  Spantwinkel  stoßen,  um  die  Stringerplatten  des  Oberdeckes  nicht  zu  schwächen  und
zugleich  den  wasserdichten  Abschluß  desselben ­
  zu  erleichtern,  meist  unterhalb  des
Oberdeckes  ab,  während  bei  den  unteren
Decks  die  Stringerplatten  zur  Durchführung ­
  der  Querspanten  Ausschnitte
erhalten.
Die  im  Unter-  und  Oberschiffe  durch
das  Doppelbodensystem  einerseits  und
das  stählerne  Oberdeck  in  Verbindung
mit  den  verstärkten  Schergängen  anderseits ­
  gebildeten  Gurtungen,  welche  die
beim  Arbeiten  des  Schiffes  in  See  abwechselnd ­
  auftretenden  Zug-  und  Druckspannungen ­
  aufzunehmen  haben,  werden
nun  durch  die  stählerne  Außenhautbeplattung, ­
  deren  Hauptzweck  in  dem
wasserdichten  '  Abschlüsse  des  Schiffsrumpfes ­
  nach  außen  besteht,  zur
Übertragung  der  Schubspannungen  verbunden. ­
  Die  Außenhautbeplattung  muß
daher  derart  gebaut  werden,  daß  sie
einesteils  einen  soliden,  wasserdichten
Abschluß  bildet,  anderenteils  jedoch  auch
im  stände  ist,  die  Schubspannung  von
einer  Gurtung  zur  anderen  zu  übertragen. ­
  Zugleich  wird  sie  so  ausgebildet,
daß  sie  in  ihren  unteren  und  oberen
Teilen  zur  Verstärkung  der  Gurtungen  beiträgt.  Die  Außenhaut  besteht  ans  längsschiffs
  laufenden  Plattengängen,  welche  durch  Überlappung  derart  miteinander  vernietet
werden,  daß  abwechselnd  ein  Gang  auf  den  Spanten  anliegt,  der  andere  auf  den  anliegenden ­
  Gängen  aufliegt.  Es  entstehen  so  an-  und  abliegende  Gänge.  Der  Raum
zwischen  den  Spanten  und  den  abliegenden  Gängen  wird  durch  schmale  Plattenstreifen
ausgefüllt;  nur  bei  den  wasserdichten  Querschotten  werden  diese  Streifen  verbreitert,
um  den  durch  die  doppelte  wasserdichte  Nietreihe  der  Schottwinkel  geschwächten  Querschnitt ­
  der  Außenhautplatten  entsprechend  auszugleichen.  Der  Verlauf  der  einzelnen
Plattengänge,  der  sogenannte  Plattenstrake,  richtet  sich  nach  der  Schiffsform,  da  man
auf  eine  praktische  Arbeitsmethode  Bedacht  nehmen  muß,  den  Platten  möglichst  nur
nach  einer  Richtung  eine  Krümmung  zu  geben.  Im  Vorder-  und  Hinterschiff  werden
meist,  ähnlich  wie  bei  der  hölzernen  Beplankung,  verlorene  Gängü  vorgesehen.  Die
Stöße  der  Außenhautplatten  müssen  mit  denen  der  benachbarten  Hauptlängsverbände
des  Schiffes  gut  verschließen;  sie  erhalten  meist  innen  liegende  Stoßplatten  mit  doppelter ­
  oder  dreifacher  Nietung.  Bei  den  neueren  Schnelldampfern  werden  die
Platten  eines  Ganges  durch  überlappte  Nietung  verbunden;  zu  diesem  Zwecke  wird
das  hintere  Ende  der  vorderen  Platte  abgebogen  und  überlappt  das  entsprechend  nach

691.  Guerschnitt  eines  Pmrzerdeckkreuzrrs.^
»Doppelboden,  b  Kohlenbunker,  c  Kofferdamm.  d  Korkdamm.
e  Panzerdeck,  f  Zwischendeck,  g  Oberdeck,  h  Korkfüll,  i  Finknetzkasten,
  k  Schlingerkiel.
            
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