Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffspanzer.  Torpcdowesen.

sind,  den  Kampf  mit  den  schwer  armierten  Panzerschiffen  bei  Verteidigung  der  Hafeneinfahrten ­
  und  Rheden  aufzunehmen.  Neben  der  Steigerung  der  Kaliber  der  Küstengeschütze ­
  trat  auch  die  Notwendigkeit  eines  Panzerschutzes  für  dieselben  in  den  Vordergrund.
In  einer  Zeit,  wo  die  Fabrikation  der  Panzerplatten  »och  wenig  entwickelt  und  vorzugsweise
auf  England  beschränkt  war,  trat  in  Deutschland  Gruson  mit  seinem  Hartgnßpanzer
auf  den  Plan  und  errang  mit  demselben  alsbald  eine  solche  Bedeutung,  daß  neben
Deutschland  auch  Belgien,  Holland,  Österreich  und  Italien  Hartgußpanzerungen  bei
Gruson  in  Bestellung  gaben,  nachdem  dieselben  den  härtesten  Proben  lviderstanden  hatten.
Bei  den  Schießversnchen  in  Spezzia  im  Jahre  1886  wurde  eine  Grusonsche  Hartgußpanzerplatte ­
  bon  88  000  kg  Gewicht  mit  dem  1000  kg  schweren  Stahlgeschoß  aus  der
Armstrongschen  43  oin-Kanvne  auf  50  in  Entfernung  beschossen  und  hatte  demnach  eine
lebendige  Kraft  des  Geschosses  von  14  700  Metertvnnen  aufzunehmen.  Die  Platte  hielt
diese  Gewaltprobe  ans  und  lieferte  damit  den  Beweis,  daß  der  Hartgußpanzer  für  Küstenbefestigungen ­
  den  weitestgehenden  Ansprüchen  gewachsen  war.  Infolge  dieser  günstigen
Resultate  bestellte  die  italienische  Regierung  bei  Gruson  Panzerkuppeln  für  die  Forts
um  Spezzia,  tvelche  mit  je  zwei  120  t  Hinterladern  von  Krupp  armiert  wurden  und  für
welche  Armstrong  die  Lafetten  und  Unterbauten  der  Türme  solvie  die  hydraulischen
Betriebseinrichtungen  zum  Drehen  des  Turmes  und  zur  Bedienung  des  Geschützes  lieferte.
Und  so  vereinigten  sich  drei  der  größten  Fabriken  von  Kriegsmaterial,  zwei  deutsche  und
eine  englische,  zu  diesem  hervorragenden  Bau.  Der  Querschnitt  der  Grnsonschen  Hartgnßpanzerkuppeln
  ist  von  elliptischer  Form,  so  daß  die  feindlichen  Geschosse  die  Panzerfläche
nur  unter  einem  spitzen  Winkel  treffen  könne».  Die  einzelnen  Hartgnßplatten  sind  durch
Falze,  die  mit  Weißmetall  ausgegossen  sind,  miteinander  verbunden  ohne  Verwendung
von  Bolzen,  und  die  Kuppel  bildet  demnach  eine  kompakte  Masse,  welche  als  Ganzes  die
lebendige  Kraft  des  anftreffenden  Geschosses  aufnimmt  und  unwirksam  macht.  Da  die
Platten  nach  dem  Guß  an  der  Oberfläche  nicht  bearbeitet  werden,  so  bildet  die  harte
Kruste  einen  vorzüglichen  Schutz  gegen  die  anstreffenden  Geschosse.
Neben  den  Panzertürmen  und  Panzerbatterien  der  Küstenbefestigungen  findet  man
neuerdings  im  besonderen  die  Schnellfeuerkanonen  auch  ans  Verschwindelafetten  montiert,
welche  hinter  Erd-  und  Manerwällen  aufgestellt  sind.
In  neuerer  Zeit  finden  zur  Küstenverteidignng  auch  Mörser  mit  verbesserter
Lafettenkonstrnktion  Verwendung,  und  man  verspricht  sich  bei  der  gesteigerten  Treffwahrscheinlichkeit ­
  von  dieser  Waffe  eine  verheerende  Wirkung  für  die  schwach  gepanzerten  Teile
des  Schiffes  wie  Decks  und  Aufbauten.  Derartige  Mörser  werden  meist  zu  Batterien
zu  4  und  5  Stück  vereinigt  und  bilden  für  Hafeneinfahrten  und  engere  Fahrwasserrinnen
ein  vorzügliches  Verteidigungsinittel  vor  allem,  wenn  sie  ans  Anhöhen  aufgestellt  sind,  so
daß  sie  von  den  feindlichen  Geschossen  der  Schiffe  nicht  erreicht  werden  können.
Torpedo  wesen.
Während  der  Kampf  zlvischen  Geschütz  und  Panzer  seit  dem  Krimkriege  die  Grundlage ­
  bildete  für  die  Entwickelung  der  Kriegsmarinen  und  den  Ausbau  der  neueren
Schlachtschiffe,  traten  seit  dem  nordamerikanischen  Bürgerkriege  auch  die  Unterwasserwaffen, ­
  wie  Seeminen  und  Torpedos,  mit  in  die  Schranken  und  verursachten  eine
weitere  Vervollkommnung  des  Kriegsschiffbaues  und  eine  Umgestaltung  der  Seetaktik,  zumal ­
  auch  die  Seeschlacht  von  Lissa  durch  die  verderbenbringende  Wirkung  des  Rammsporns ­
  die  Folgen  klar  gelegt  hatte,  welche  die  Zerstörung  der  Außenhaut  eines  Schiffes
unterhalb  der  Wasserlinie  nach  sich  zieht.
Der  Gedanke,  durch  Explosionen  von  Sprengstoffen  unter  Wasser  Löcher  in  den
Schiffsrnmpf  zu  reißen  und  hierdurch  feindliche  Schiffe  zum  Sinken  zu  bringen,  hatte
schon  im  Mittelalter  zu  mannigfachen  Erfindungen  geführt.  Den  ersten  schwimmenden
Minen  begegnen  wir  bei  der  Belagerung  von  Antwerpen  (1585)  und  bei  dem  1627  erfolgten ­
  Angriff  ans  La  Rochelle.  Schon  1773  zeigte  dann  der  Amerikaner  Bushnel,
welche  Wirkungen  sich  durch  die  Sprengung  von  Petarden,  welche  unter  Wasser  mit
            
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