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Die deutsche Reichstelegraphie.
15. Berlin-Dresden.
16. Berlin-Breslau.
17. Berlin-Thorn.
18. Berlin-Stettin.
19. Thorn-Danzig.
21. Stettin-Danzig.
22. Köln-Aachen.
23. Kiel-Flensburg.
24. Flensbnrg-Hoyer.
25. Dresden-Hof-München.
26. KarlsrnhefBadens-Stnttgart.
20. Danzig-Königsberg.
Die unterseeischen Kabel der Reichstelegraphenverwaltung haben eine Länge von
3760,oi lein Linie und 8136,14 km Leitung. Sie zerfallen in Kabel
a) für den inneren Verkehr:
zwischen dem Festland und Helgoland,
zwischen dem Festland und den übrigen deutschen Inseln, sowie zwischen diesen Inseln
untereinander;
b) für den internationalen Verkehr:
Emden-Borkum-Lowestoft (England),
Emden-Greetsiel-Valentia (Irland),
Hoyer-Sylt-Arendal (Norwegen),
Norddeich(Norden)-Norderney (Fortsetzung des Englischen Kabels Lowestoft-Norderney),
Emden-Greetsiel-Borkum (Vorratskabel für die überseeischen Linien),
Rügen-Schwedische Küste (gemeinschaftlicher Besitz von Deutschland und Schweden),
Alsen-Fünen (gemeinschaftlicher Besitz von Deutschland und Dänemark),
Warnemünde-Gjedser (gemeinschaftlicher Besitz von Deutschland und Dänemark),
Emden-Borkum-Bacton (von Borkum ab gemeinschaftlicher Besitz von Deutschland und
Großbritannien).
Außerdem sind als Bestandteile des Reichstelegraphennetzes anzusehen die über
seeischen Kabel:
Norderney-Lowestoft (im Besitz Großbritanniens),
Valentia-Sidney (Kap Breton) (im Besitz der Anglo-American Telegraph Company),
Zanzibar-Bagamoio-Dar-es-Salaam (im Besitz der Lastern and South African Telegraph
Company),
Bonny-Kamerun (im Besitz der African Direct Telegraph Company),
Emden-Vigo (im Besitz der deutschen Sectelegraphengesellschaft) zum Anschluß in Borkum
(über Emden) an die Linien der deutschen Reichstelegraphenverwaltung und in Vigo
an die Spanischen Landlinien, sowie an das Telegraphennetz der Lastern Telegraph
Company.
Die Gesamtausdehnung dieser Kabel beträgt an Linien 7213,17 hm, an Leitung
8505 hm.
Mit der Herstellung des Kabels Emden-Vigo hat Deutschland den ersten Schritt
zur Erlangung eigener transatlantischer Verbindungen unternommen, inzwischen ist auch
das erste deutsch-amerikanische Kabel verlegt und in Betrieb gesetzt worden. Das Kabel
ist Eigentum der neu gebildeten Deutsch-Atlantischen Kabelgesellschaft und durch deutsches
Privatkapital geschaffen. Dieser Vorgang ist von außerordentlicher Bedeutung, da er die
Beförderung der deutschen telegraphischen Korrespondenz unabhängig namentlich von den
Linien der englischen Kabelgesellschaften zu machen bestimmt ist. Ein weiterer Vorteil
der Verbindung wird neben erhöhter Sicherheit und Schnelligkeit der Beförderung in
der Ermäßigung der Telegrammgebühren bestehen. Voraussichtlich wird nunmehr in
nicht ferner Zeit die Einrichtung weiterer selbständiger Kabelverbindnngen nach über
seeischen Ländern folgen, die frei von fremdländischen Einflüssen in erster Linie den
deutschen Interessen dienen werden.
Über den Umfang und das Wachstum des deutschen Telegrammverkehrs
gibt nachstehende Zusammenstellung ein anschauliches Bild. Dieselbe schildert, mit dem
Jahre 1851 beginnend, bis 1866 den Telegraphenverkehr in Preußen, von da bis 1870
im Norddeutschen Bunde und von 1871 an im deutschen Reichstelegraphengebiet, also
ohne Bayern und Württemberg. An der Bewältigung dieser vielen Millionen von
Telegrammen sind hauptsächlich die großen Verkehrscentren, in erster Linie das Haupt-
telegravhenamt in Berlin beteiligt. Die Abb. 70 gibt ein anschauliches Bild des großen