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III. Der Kapitalmarkt.
bansen die Kurssteigerung zu verstärkten Neuemissionen. Bei Kapitalknappheit
vermag der Nentenertrag dem Steigen des Geldmarktsatzes
nicht im gleichen Tempo zu folgen, weil bei Begebung neuer Renten
zu sich rasch verschlechternden Kursen ein Deplacement der Renten
älterer Emissionen zu befürchten wäre. Aus diesen Ursachen findet
nur analoge Bewegungsrichtune von Geldmarktzins und Rentenertrag,
aber nicht Ausgleichung statt. Oie Wirkung des Verkehrs mit
dem Geldmarkt äußert sich bei überwiegender Kapitalnachfrage zunächst
auf die Neuemissionen: diese müssen, um das Sparpublikum
anzuziehen, einen von der Vergütungsrate für Bankguthaben nicht
zu weit entfernten Ertrag abwerfen, die Begebung billiger neuer
Anleihen veranlaßt aber einen Teil der Besitzer älterer Emissionen
zum Tausch ihres Besitzes gegen neue Werte.
Oie Beziehung zwischen Geld- und Aktienmarkt wurde bisher
weniger beachtet als das Verhältnis zwischen Geld- und Rentenmarkt,'
sie ist aber von besonderer Wichtigkeit. Wie wir hervorgehoben haben,
kauft die große Mehrheit des Publikums Aktien nur in Zeiten der Haussebewegung-
in den Emissionsmonaten solcher Jahre benötigt der Aktienmarkt
wegen der großen Anzahl von neuen Werten, die zu dieser Zeit
herauskommen und wegen der Hochkurse dieser Emissionen sehr viel
Kapital. Vas neugewonnene Sparkapital steigt aber nicht so rasch,
daß es den vervielfachten Bedarf befriedigen könnte, zumal die Börsekonjunktur
zeitlich vor der Wirtschaftskonjunktur, somit zu einer Zeit
auftritt, in der die Steigerung der Einkommen noch nicht voll eingesetzt
hat. Oer Effektenkredit schafft die Mittel zur benötigten Erweiterung
des Marktes- die zeitliche Auseinanderlegung von Börse- und
Wirtschaftskonjunktur ermöglicht den Banken reichliche Gewährung
von Effektenkredit, solange sie durch Letriebskredit noch nicht intensiv
in Anspruch genommen sind. Bei Pflege des Zinanzgeschäfts haben
die Banken ein Interesse an möglichst langer Dauer der Unterbringung
der Aktien,- es kommt ihnen dabei zugute, daß die Besitzer großer vermögen
bei Hochkursen Aktien zu verkaufen geneigt sind, da sie dieselben
Werte bei billigeren Kursen rückzukaufen hoffen und den erzielten
Erlös zu diesem Zweck in den letzten Etappen der Börsehausse als Bankguthaben
hinterlegen; die Momente, die fortschreitende Börsenkonjunktur
charakterisieren: die Verschlechterung der Qualität der Effektenbesitzer,
die Ersetzung des Eigenkapitals durch Effektenkredit und eine
knappe Marge des Eigentümers werden in der Regel der Zälle dadurch
ermöglicht, daß der bisherige Eigentümer von Effekten durch Intervention
der Banken indirekt die Mittel zur Gewährung von Effektenkredit