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3. Abschnitt.
Lieber den Stufenbau der Wirtschaft.
Die Teilganzen der Gemeinsamkeitsreife, Vorreife und
Hervorbringung sind in jener allgemeinen, abgezogenen und
ungeschichtlichen Fassung, in der wir sie eben betrachteten, nir
gends anzutreffen. Die geschichtliche Wirklichkeit
der Wirtschaft ist die, daß sie sich in einem Stockwerkbau von
Gattung und Art herunterbaut, daß sie von der höchsten Ganz
heit herunter bis zu ihrem letzten Gliede, dem einzelnen Wirt
schafter, einen Stufenbau ausgliedert, in dem sich Unter
ganze und Awischenganze der verschiedensten Art befinden.
Auf jeder St ufe nun sind alle Teilganzen
vorhanden. Überall gibt es eine Gemeinsamkeitsreife,
Vorreife und Hervorbringungsreife und zwar sind sie auf jeder
Stufe in arteigener Weise ausgebildet.
Es ist nicht im entferntesten möglich, an dieser Stelle das
zu geben, was die Aufgabe des sachlichen Teiles der ganzen
Volkswirtschaftslehre ist, nämlich eine zergliedernde Darstellung
des Stufenbaues der Wirtschaft und eine Untersuchung ihrer
Teilganzen, sowie der Eingliederungs-Verhältnisse der Stufen
nach oben und unten. Was hier gegeben werden kann, sind
lediglich einige Darlegungen grundsätzlicher Art, welche die
große Denkaufgabe, die hier vorliegt, aufhellen sollen. Wir
behandeln den ganzen Stoff im Rahmen dreier Fragen:
1. Wie sieht dieser Stufenbau aus? — 2. Welches sind
die kennzeichnenden Beispiele für die Veränderungen der
Teilganzen auf den einzelnen Stufen? — 3. Welches
sind die Vorrangverhältnisse zwischen den Stufen? — Die
erste und zweite Frage behandeln wir gemeinsam, die dritte
für sich.