Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

Farbenfabriken  vorm.  Friedr.  Bayer  &  Co.,  Leverkusen.

Aufenthaltsräume,  in  denen  der
Arbeiter  sich  erholen  und  seine
mitgebrachten,  in  besonderen
Wärmeschränken  aufbewahrten
Mahlzeiten  einnehmen  kann.  Zu
jedem  derartigen  Raum  gehört
ein  Umkleide-  und  ein  Baderaum.
Das  Baden  ist  obligatorisch  und
muß  mindestens  einmal  in  der
Woche  geschehen.
Die  Firma  besitzt  außerdem
eine  große  Rheinbadeanstalt  und
wird  demnächst  in  der  Kolonie  III
eine  besondere  Badeanstalt  für
die  Familienangehörigen  erbauen.
Bis  zu  deren  Fertigstellung  ist  den
Frauen  und  Kindern  der  Besuch
bestimmter  Fabrikbadeanstalten  Wöchnerinnenheim  (Innenansicht),
gestattet.
Außer  den  in  der  Fabrik  befindlichen  Aufenthaltsräumen  sind  bei  den  Eingängen
noch  drei  größere  Wartehallen  vorhanden,  in  denen  der  Arbeiter  das  Essen  in  Gesellschaft
seiner  Familienangehörigen  einnehmen  kann.
POLIKLINIKEN.  Die  Fabrik  besitzt  zwei  Polikliniken,  eine  in  Leverkusen  und  eine
in  Elberfeld  ,  die  unter  Leitung  von  5  Fabrikärzten  stehen  und  von  den  Angestellten  und
Arbeitern  jederzeit  benutzt  werden  dürfen.  Die  ärztliche  Behandlung  für  die  Arbeiter  ist
kostenlos.  Ebenso  wird  mehrere  Male  in  der  Woche  für  die  Familienangehörigen  unentgeltlich ­
  Sprechstunde  abgehalten.
WÖCHNERINNENHEIM  UND  FÜRSORGESTELLEN.  Das  Wöchnerinnenheim,  am
1.  August  1905  eröffnet,  untersteht  der  Leitung  eines  Arztes,  den  mehrere  geburtshilflich
ausgebildete  Schwestern  unterstützen.  Die  Aufsicht  führt  ein  aus  dem  Frauenverein  der
Farbenfabriken  gebildeter  Ausschuß.  Zurzeit  sind  außer  den  Verwaltungs-,  Wohn-  und
Küchenräumen  1  Zimmer  mit  4  Betten  und  5  Zimmer  mit  je  2  Betten  vorhanden.  Die
Zahl  der  Geburten  betrug  im  Jahre  1911  246.
Durch  den  Anstaltsarzt  findet
wöchentlich  zweimal  eine  unentgeltliche ­
  Sprechstunde  für  unterleibskranke ­
  Arbeiterfrauen  statt.
An  dieser  Stelle  seien  noch  die
Säuglings-  und  Mütterberatungsstelle, ­
  sowie  die  Beschaffung  guter
Säuglingsmilch  genannt.  Auch
eine  besondere  Fürsorgestelle  für
Lungenkranke  gehört  hierhin.
Hausbesuche  bei  Kranken
und  andere  Pflegearbeiten  übernehmen ­
  die  vier  Rote-Kreuz-Schwestern,
  die  in  einem  besonderen ­
  Schwesternhaus  in  der  Arbeiterkolonie ­
  wohnen.
FRAUENVEREIN.  Der  1905
gegründete  Verein  hat  zurzeit  Sprechstunde  der  Mütterberatungsstelle.
            
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