Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Bilanzen  gemeinwirtschaftlicher  Betriebe.

B17

Soll  Tabakzolleinnahmen  ist
1  Voranschlag,  Solleinnahmen  |  2.  Wirkliche  Einnahmen,  /steinnahmen
Der  Unterschied  beider  Seiten  gibt  bei  schwankenden  Einnahmen ­
  eine  Mehr-  oder  eine  Mindereinnahme,  d.  h.  einen  Ausfall. ­
  Bei  feststehenden  Einnahmen  können  Einnahmereste,
Rückstände,  kaufmännisch  ausgedrückt,  Forderungen  der  Verwaltung ­
  an  die  Einnahmequellen  entstehen.
Soll  Beispiel  einer  Ausgabenrubrik  Ist
1.  Veranschlagte,  bewilligte,  vor-  2.  Tatsächliche  Ausgaben,  Istausgeschriebene,
  angeordnete  Aus-  gaben,  Abstattung,
gaben,  Ausgabenkredit.
Der  Unterschied  beider  Seiten  ergibt  je  nach  dem  Charakter
der  Ausgabenrubrik  eine  Ausgabenüberschreitung,  eine  geringere
Ausgabe  als  die  veranschlagte  oder  einen  noch  unverbrauchten
Ausgabenkredit,  der  in  das  nächste  Jahr  übertragen  werden  kann
oder  auch  nicht.  Wesentlich  also  ist  für  dieses  Hauptbuch  und
für  diese  Konten  die  Trennung  der  Solleinnahmen  und  der  Sollausgaben, ­
  die  auf  Grund  des  bewilligten  Etat  sofort  in  die  betreffende ­
  Hauptrubrik  eingetragen  werden,  von  den  Isteinnahmen
und  Istausgaben,  die  über  das  Kassabuch  allmählich  auf  die
Hauptbuchrubrik  kommen.
In  einzelnen  Fällen  findet  man  auch  in  der  kaufmännischen
Buchführung  ein  ähnliches  Prinzip.  Zum  Beispiel:  die  Vorkalkulation ­
  schätzt  die  Sollkosten,  die  Nachkalkulation  berechnet
die  Islkosten.  Auf  den  Konten  der  Schulden  steht  rechts  die
Vormerkung  der  Schuld,  links  die  Abstattung,  die  Tilgung,  die
Istausgabe.  Das  Einzahlungskonto  der  Aktionäre  verrechnet
links  die  Sollzahlung,  rechts  die  Istzahlung.  Die  Gewinnauszahlungskonten ­
  bei  Aktiengesellschaften  (Dividenden-,  Tantiemen-, ­
  Gratifikationskonto)  zeigen  rechts  die  bewilligte,  die
Sollausgabe,  links  die  wirkliche  Zahlung.  Etwaige  „Ausgabenreste“ ­
  auf  diesen  Konten  bilden  eine  Schuld  der  Unternehmung.
Das  Prinzip  der  Kameralistik  läßt  sich  mit  der  doppelten  Buchführung ­
  vereinigen.  Diese  besonderen  Anwendungsformen  der
doppelten  Buchführung  sind  bekannt  unter  dem  Namen  Logismographie
  (eingeführt  1876  in  der  italienischen  Staätsver-
            
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