Full text: Die Schweiz

(anbei 1 der Schweiz aus den Nachbarstaaten eingewandert. 
Sie stehen uns nach Abstammung und Sprache so nahe, 
daß sie sich ohne große Schwierigkeiten in unser Volk 
einfügen; das gilt besonders für solche Ausländer, die 
in der Schweiz in unserer Sprache und Art aufwachsen, 
so daß man sie für Einheimische halten könnte. 
Sprache. Auf dem Boden der Schweiz stoßen Sprach- . 
die großen Gebiete der deutschen, französischen und ita 
lienischen Sprache zusammen. In einzelnen Talschaften 
Graubündens gesellt sich das Rätoromanische als vierte 
Landessprache hinzu. Klima, Gewässer, Verkehrswege, 
Abstammung der Bewohner und nun auch, nicht zum 
mindesten, die Vielsprachigkeit verleihen der Schweiz den 
Charakter eines Übergangsgebietes. 
Die Grenze zwischen dem deutschen und dem fran- Sprachgrenze» 
zösischen Sprachgebiet verläuft von Lützel bei Pruntrut 
über Schelten (oder La Schenkte, an der bernisch-solo- 
thurnischen Grenze im Jura), Twann, Zihlkanal, Broye- 
kanal, Berra, Oldenhorn, Weißhorn (in den Berner 
Alpen), quer durch das Rhonetal östlich Sierre zur 
Deut d'Herens. Zum italienischen Sprachgebiet gehören 
außer dem Tessin die südlichen Bündnertäler Misox, 
Bergell und Puschlav. Trotz der starken innern Wan 
derung und der Sprachvermischung bleiben die Sprach 
grenzen selbst fast unverändert. Die auf ein anderes 
Sprachgebiet übergewanderten geben gewöhnlich recht bald 
ihre Muttersprache auf; im besondern gilt dies von den 
Deutschschweizern, die sich in großer Zahl in der West 
schweiz niederlassen. Das Romanische hat gegenüber der 
deutschen Sprache, die von Norden her, und dem Ita 
lienischen, das von Süden her in die Täler eindringt, 
einen schweren Stand. Doch ist man neuerdings mit 
Erfolg bemüht, den Rückgang der Sprache aufzuhalten. 
Der Simplontunnel hat der italienischen-Einwanderung 
ins Wallis das Tor geöffnet und der italienischen 
Sprache schon in den wenigen Jahren seit der Eröffnung 
der Bahn im Wallis eine starke Verbreitung verschafft.
	        
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