Full text : Die Schweiz

127

Von  Sitten  aus  führt  der  Sanetschpaß  ins  Saanental
und  der  Rawilpaß  ins  Simmental  hinüber.  Die  sommerliche ­
  Hitze  steigt  in  der  Hauptstadt  so  hoch,  daß  die
Bewohner  mit  Vorliebe  einen  Aufenthalt  auf  hochgelegener
Bergterrasse,  von  Saviese  bis  zum  Luft-  und  Lichtkurort ­
  Montana  hinüber,  suchen.  Sierre  (Siders)
steht  in  weinreicher  Umgebung  inmitten  der  Trümmer
eines  vorgeschichtlichen  Bergsturzes,  der  von  der  Wand
der  Berner  Alpen  herniederbrach.  Uber  eine  400  in  hohe
Stufe  gewinnt  der  Weg  den  Eingang  ins  Val  dÄnniviers
  (Eifischtal),  das  aus  der  vergletscherten  Weißhorngruppe ­
  45  >2  in  sich  zum  Rhonetal  hinaus  senkt.  Wie
das  Val  d^Herens  beherbergt  es  in  der  Gebirgsabgeschlossenheit
  eine  in  Sitten  und  Erwerbsleben  eigenartige
Bevölkerung.
Das  Anwachsen  der  Volkszahl  nötigt  die  Bewohner,  Val  d'Amiivters
den  Boden  aller  Höhenlagen  als  Acker-  oder  Weidland
auszunutzen,  von  den  Weinbergen  bei  Siders  in  550  m
Meereshöhe  bis  hinauf  zu  den  obersten  Alpstaffeln  bei
2700  in  am  Rande  der  Gletscher.  Der  zerstückelte  und
stundenweit  auseinanderliegende  Besitz  zwingt  die  Anniviarden
  zu  einem  komplizierten  Wanderleben,  um  die
Kulturflächen  der  verschiedenen  Höhenregionen  der  Reihe
nach  zu  bewirtschaften.  Einzig  durch  dieses  bewundernswerte ­
  System  der  genauesten  Ausnützung  einer  großen
und  weitläufigen  Wirtschaftsfläche  vermag  der  Anniviarde
sich  einen  genügenden  Unterhalt  zu  verschaffen,  um  nicht
auswandern  zu  müssen.
Chippis  im  Rhonetal  benutzt  die  Kraft  der  durch  Rhon-tal
die  Stufe  des  Val  d'Anniviers  hervorbrechenden  Navi-  Sierre-Bng
geuze  für  ein  Aluminiumwerk.  Bei  Leuk,  dem  ersten
größern  Ort  im  deutschen  Oberwallis,  mündet  vom
Balmhorn  her  die  Data;  in  ihrem  Tal  werden  die
Thermen  von  L  e  u  k  e  r  b  a  d  zur  Kur  gebraucht;  über  die
steile  Nordwand  klettert  der  Gemmipaß  zum  Kandertal
hinüber.  Am  Jllhorn  öffnet  sich  mit  schreckhaft  steilen
Wänden  der  berüchtigte  Jllgraben;  die  Schuttmassen  aus
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.