Full text : Die Schweiz

137

Einteilung  des  Landes  in  das  Einzugsgebiet  des  Rheins,
das  Jnntal  und  die  Täler  der  Südabdachung:  Misox,
Bergell,  Puschlav  und  Münstertal.
Die  Bündner  Alpen  können  sich  an  Höhe  der  einzelnen ­
  Gipfel  nicht  mit  den  Walliser  und  Berner  Alpen
messen;  die  Bernina  erreicht  als  höchster  Punkt  4052  m.
Dagegen  sind  sie  durch  eine  ungewöhnlich  hohe  Lage  der
Talsohlen  ausgezeichnet;  St  Moritz  auf  dem  Talgrnnd  des
Oberengadins  hat  die  gleiche  Meereshöhe  wie  Rigikulm
1800  m.  So  stellen  denn  die  Bündner  Alpen,  ungeachtet
der  geringeren  Gipfelhöhe,  eine  ähnliche  Massenerhebung
dar  wie  die  Walliser  Alpen.  Denkt  man  sich  das  Mittelland ­
  der  Schweiz  von  einem  Meer  überflutet,  dessen  Spiegel
1000  m  über  dem  heutigen  liegt,  so  würden  Meeresarme
durch  die  nördlichen  Alpentäler  bis  an  den  Haupttämm  der
Nordalpen  eindringen,  bis  in  die  Talhintergründe  von  Elm,
Göschenen,  Guttannen,  Grindeltvald,  Lenk  und  Saanen;
das  Prätigau,  Vorder-  und  Hinterrheintal,  und  Albulatal
müßten  weit  taleinwärts  unter  Wasser  stehen.  Dagegen
würden  die  Seitentäler  des  Vorderrheins,  das  Rheinwald,
Avers,  das  Oberhalbstein,  die  Talmulden  von  Davos  und
Bergün  und  das  ganze  Engadin  als  Gebiete  großer  Erhebung ­
  über  dem  Meeresspiegel  liegen.  Fehlt  es  auch
den  Bündner  Alpen  nicht  an  kühn  geformten  Gipfeln
und  stark  vergletscherten  Gruppen,  so  überwiegen  doch
im  Landschaftsbild  die  auf  breitem  Fuß  mit  geringerer
Böschung  ansteigenden  und  weit  hinauf  mit  Wald  und
Weiden  verkleideten  Gebirge;  sie  heben  sich  über  hochliegende ­
  Talmulden  hinaus  und  machen,  von  hier  ans  gesehen, ­
  naturgemäß  nicht  den  Eindruck  schreckhafter  Steilheit
und  Größe,  >vie  die  Walliser  Alpen  von  ihren  Nordtälern
oder  gar  von  der  Poebene  in  200  m  Meereshöhe  aus.
Im  Einzugsgebiet  des  Rheins  setzt  sich  auf  weite
Flächen  der  Untergrund  aus  dunkeln,  mürben  Tonschiefern,
dem  Bündner  Schiefer,  zusammen.  Auf  dem  zu
fruchtbarer  Erde  verwitterten  Schieferboden  steigen  üppig
grüne  Weiden  bis  zu  den  gerundeten  Bergkämmen  hin-Einteilung



Bündner  Alpen

Bündner
Schiefer
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.