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Ostufer entlang, an der Schlachtkapelle von Morgarten
vorüber nach dem schwyzerischen Sattel. Auf dem Plateau
zwischen Lorze und Sihl liegt in 800 m Höhe der aus
sichtsreiche Luftkurort Menzingen. Das Bergland
von Menzingen trägt auf undurchlässiger Molasseunterlage
mächtige Decken und Wälle von Gletscherschutt, der das
Wasser aufspeichert und es besonders in den Einschnitten
der Flüsse in starken Quellen zutage treten läßt; einige
dieser Quellen speisen die Trinkwasserversorgung der
Stadt Zürich.
Der Zugersee erstreckt sich mit seinem südlichen Ende
in die Talmulde zwischen Rigi und Roßberg hinein;
im mittlern Teil wird er von S.-W. her durch zwei
bewaldete Felssporne, Rippen der gefalteten Molasse,
eingeengt; das nördliche Becken liegt mit flachen, schilf-
umkränzten Ufern in der breiten Ebene des Reuß- und
Lorzelaufes. Walchwil am Ostufer des Sees verrät
durch seine Bestände an Edelkastanien ähnliche klimatische
Vorzüge wie die Frühlingskurorte am Vierwaldstätter
see, Gersau, Vitznau und Weggis. Es wird im Nord-
osten durch die Wand des Zugerberges geschützt, dessen
Hochfläche neuerdings als Sommerfrische und Winter-
sportplatz einen lebhaften Besuch erhält. Am untern
Ende des Sees erscheint die altertümliche Hauptstadt
Zug 8000 Einwohner, von Rutschungen des Ufers
wiederholt, das letzte Mal im Jahre 1887, heimgesucht.
Wo die Lorze aus der Vergschlucht ins Flachland hin
austritt, steht der große Ort Baar am Rande des
Baarer Bodens, den ein Wald von Obstbäumen ver
hüllt. In der Ebene und poch oben au den Halden
des Zugerberges bringen die Kirschbäume reiche Ernten;
das Zuger Kirschwasser gehört zu den geschätztesten Landes-
produkten. Reich an Obst ist auch die Reußebene, zu
meist ein fruchtbares Acker- und Wieseuland, strichweise
dagegen von Slreuewiesen eingenommen. Am Ausfluß
der Lorze aus dem Zugersee ist Cham durch die große
Milchsiederei zu einem industriellen Mittelpunkte geworden.
Zugersee
und
Umgebung